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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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58 V. Kapitel.

(= unterste Kreide) angehören. Die Uitenhage-Schichten zerfallen in drei Stufen. Unten liegt das Enonkonglomerat, darüber die an Holzresten reichen Wood beds, und zu oberst die Sunday-River- Schichten. Ganz so einfach scheint indes das Verhältnis zwischen dem Enonkonglomerat und den beiden andern Stufen nicht zu sein. Nach Westen und Norden hin gehen nämlich die marinen Uitenhage- Schichten anscheinend in Enonkonglomerat über. Dieses liegt auch in den Tälern des Kapländischen Faltengebirges und spielt wegen seiner brennend roten Farbe und der steilen Gehänge im land­schaftlichen Bilde eine große Rolle.

Bis auf Reste von Hölzern und Estheriaschalen sind sie fossil­leer. Ganz augenscheinlich sind sie zum Teil eine Faciesbildung der marinen Uitenhage-Schichten, die auf dem Lande entstanden sind, und zwar machen sie den Eindruck, daß sie sich in einem trockenen Klima mit zeitweilig starken Regengüssen in den Längs­tälern des Faltengebirges abgelagert hätten.

Nach der Ablagerung der Uitenhage-Schichten sind am Süd­rand der Zuurberge auf langer Verwerfungskluft zwischen Karru- und Uitenhageschichten Laven und Tuffe von Basalt ausge­brochen, die petrographisch den Mandelsteinen der Kathlambaberge ähneln. Es ist nicht unmöglich, aber nicht zu beweisen, daß auch die Laven der Kathlambaberge in derselben Periode, d. h. nach Ablagerung der Uitenhage-Schichten hervorbrachen. Immerhin muß man diese Möglichkeit im Auge behalten, zumal das Vorkommen von Lavaströmen und angeblichen Kratern auf ein relativ junges Alter hinweisen. Möglicherweise sind mehrere Eruptionsperioden bei den Kathlambalaven zu unterscheiden.

2. Die Umtamfunaschichten. An der Südost- und Ostküste vom Kaffraria bis Sofala finden sich hier und da am Küstensaum Sandsteine und Kalke mit Ammo- niten, Nautilus, Trigonien, Pecten, Inoceramus, Foraminiferen und anderen Tieren. Es handelt sich um marine Ablagerungen und zwar der oberen Kreidezeit. Sie sind anscheinend jünger als die vul­kanischen Gesteine der Kathlambaberge. Obere Kreide findet sich auch in dem Küstenvorland von Angola.

3. Die tertiären Ablagerungen. Kalksteine und Sandsteine tertiären Alters bilden bei Mossa- medes ein niedriges Küstenplateau, dessen Oberfläche der Namib- region angehört. Bei Durban treten Sandsteine auf, die eine Klippe am Strand bilden und vielleicht tertiären Alters sind. Marines