V. Kapitel.
Die geologischen Formationen.
Die Zahl der geologischen Formationen, die sich an dem Aufbau Südafrikas beteiligen, ist eine recht große. Charakteristisch für sie ist besonders ihr hohes Alter. Der größte Teil ist nämlich azoisch, d. h. versteinerungsleer, und sicher älter als das Devon. Solche versteinerungslose Formationen setzen die Hauptmasse des Sockels zusammen. Dann folgen zahlreiche Ablagerungen vom Paläozoikum bis zur Jetztzeit, die teils an dem Aufbau des Kontinentalsockels sich beteiligen, teils nur autgelagert sind (Karte 14).
Nach der Beteiligung an dem Aufbau des Sockels, kann man alle diese Formationen in vier Gruppen einteilen:
I. Die archaischen und präkambrischen Formationen setzen überwiegend die Hauptmasse des Sockels — namentlich im Norden, Osten und Westen — zusammen. II. Die paläozoischen und triassischen Formationen büden Auflagerungen auf den vorigen und beteiligen sich in hervorragender Weise an dem Aufbau des Sockels.
III. Die marinen, postjurassischen bis rezenten Ablagerungen sind dem Sockel in dem Küstenvorland angelagert.
IV. Jüngere Auflagerungen, deren Alter man in den seltensten Fällen genau feststellen kann und die teils im Süsswasser, teils äolisch auf dem Lande entstanden sind, bedecken einen großen Teü der Hochflächen, namentlich in der Kalahari.
I. Die archaischen und präkambrischen Formationen.
Alle sind versteinerungsleer und bestehen aus krystallinen und klastischen Gesteinen, die aber mehr oder weniger stark metamorphosiert, d. h. nachträglich verändert sind.
1. Die Primärformation. Gneiss, Glimmerschiefer, kristalline Schiefer der verschiedensten Art, wie z. B. Chlorit-, Serizit-, Amphibolit-, Talk-, Tonschiefer und Phyllite, sowie Grauwacken und Quarzite nebst intrusiven Granitstöcken, die Kontaktmetamorphosen verursacht haben, bilden die Hauptmasse der Gesteine. Untergeordnet treten auch Quarzporphyre, Diabase, sowie kristalline Kalk-