Die geologischen Formationen.
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wie Hatch und Corsto rphine, der Ansicht sind, daß lediglich die untere Karruformation, die dem Dwykakonglomerat und den Ekka- schichten entspricht, vorhanden sei, glauben die Geologen der staatlichen Landesaufnahme, daß in Transvaal und in Natal sämtliche drei Glieder der Karruformation zu erkennen seien. Was die Frage so schwierig gestaltet, ist der Umstand, daß der größte Teil der über dem Dwykakonglomerat gelegenen Karru- schichten in jener Gegend aus Sandsteinen besteht, die sich petrographisch mit der Ausbildung der Karruformation im Süden nicht recht vergleichen lassen und weil genügend Leitfossilien fehlen. Es spricht vieles für die Richtigkeit der Anschauung der Transvaalgeologen Kynaston und Mellor.
Die lCarruformation im nördlichen Südafrika.
Hatten wir gesehen, daß in Transvaal die Karruschichten bereits hauptsächlich als Sandsteine ausgebildet sind, so verändert sich der Habitus dieser Formation weiter im Norden noch viel mehr. Zwischen dem südlichen Transvaal und dem südlichen Matabeleland ist sie auch nicht gefunden worden. Im südlichen Matabelehochland dagegen treten mächtige rote Sandsteine auf, die Molyneux Forrestsandsteine genannt hat und die er für äolische Ablagerungen im trockenen Klima hält. Sie bedecken große Teile des westlichen und nordwestlichen Hochlandes. An einigen Stellen, wie z. B. bei Wanki am Sambesi, ferner zwischen Tati und dem Bamangwatoland sind Kohlenablagerungen gefunden worden, deren Pflanzenreste keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß es sich um Schichten der Karruformation handelt. Dieselben kohlenführenden Schichten, sowie mächtige Ablagerungen roter Sandsteine finden sich auch in Ostafrika.
In Nordrhodesia und auf der Südäquatorialen Wasserscheide werden rote Sandsteine, in denen Fossilien noch nicht gefunden worden sind, in großem Umfange erwähnt. Sie dürften mit den roten Sandsteinen identisch sein, die sich in oft sehr bedeutender Mächtigkeit durch den größten Teü Afrikas, so besonders auch durch den Sudan und die Sahara hinziehen und in Ägypten Nubischer Sandstein genannt werden. So viel oder so wenig wir von dieser Formation wissen, scheint sie eine kontinentale Bildung in einem ariden Klima zu sein und im Laufe einer langen Periode, vielleicht in der Zeit vom Ende des Paläozoikums bis zu Ende des Mesozoikums entstanden zu sein. An einigen Punkten kann man auf Grund von Kohlenfunden feststellen, daß sie ungefähr der