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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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5 0 V. Kapitel.

mächtige Massen von Sandsteinen, die mit dem Tafelbergsandstein eine sehr große Ähnlichkeit besitzen und wohl von den meisten Geologen für Äquivalente desselben gehalten werden. Beweisen läßt sich die Identität aber nicht, da Versteinerungen fehlen.

"Wie bereits erwähnt, identifizieren Hatch und Corstorphine den Tafelbergsandstein sowohl, wie den Sandstein in Natal, mit dem Waterbergsandstein wegen der petrographischen Ähnlichkeit. Manche Punkte sprechen indes gegen eine solche Identität. In der Gegend des Olifantflusses, also an der Westküste, verschwinden die Kapschichten und es ist zur Zeit wohl noch nicht mit Sicher­heit entschieden, ob sie sich hier auskeilen, oder nur durch Ab­tragung zerstört worden sind. Jedenfalls verschwindet zuerst der Wittebergsandstein, dann die Bokkeveldschichten und schließlich der Tafelbergsandstein. Nimmt man an, daß der Tafelbergsand­stein wirklich mit dem Waterbergsandstein identisch sei, dann ist er wahrscheinlich auch identisch mit den Matsapschichten der Langeberge in Westgrikwaland. Diese Langeberge sind ein von Südwest nach Nordost streichendes, sehr stark gefaltetes Gebirge. Es wäre also, die Gleichheit des Tafelbergsandsteins und der Matsapschichten vorausgesetzt, denkbar, daß nördlich des Olifant­flusses der Bogen des Kapländischen Faltengebirges nach Nordost umbiegt und sich in die Langeberge fortsetzt. Man hätte dann einen ähnlichen Bogen, wie ihn Balkan und Karpathen bilden.

2. Das obere produktive Karbon. Bei Tete am Sambesi liegen kohlenführende Schichten, die schon seit langem bekannt sind und naturgemäß mit den Kohlen der Karruformation identifiziert wurden. Als die ersten Pflanzen­reste aus jenem Gebiet in Paris von Zeil er und in Berlin von Potonie untersucht wurden, stellte es sich heraus, daß typische Pflanzen der europäischen oberen produktiven Steinkohlenformation vorlagen. Es hat also während der oberen Steinkohlenformation in Südafrika dieselbe Flora existiert, wie in Europa. Dieser Um­stand ist um so merkwürdiger, als wir in der nun folgenden For­mation, nämlich im Permokarbon, eine völlig neue Flora finden. Vermutlich haben die klimatischen Umwälzungen der Permo- karbonzeit die alte Flora verdrängt.

3. Die Karruformation. Im Kapländischen Faltengebirge folgt über dem Witteberg­sandstein konkordant und sich scheinbar aus diesem allmählich entwickelnd eine mächtige Ablagerung von Schichten, die zum