Geleitwort zum zweiten Teil.
Statt des Schlusses meiner geschichtlichen und wirtschaftlichen Schilderung des Kongostaates Leopolds II. bringt der vorliegende zweite Teil nur vier weitere Kapitel unter dem Untertitel: die Eingeborenen und die Kultivationspolitik.
Mit Recht legt die neuere kolonialpolitische Literatur immer mehr das Hauptgewicht auf die Eingeborenenfrage. Bei dem sehr beträchtlichen Stoff, den ich aber sonst noch zu bewältigen hatte, gedachte ich mich anfangs gerade in dem Kapitel über die Bantu- neger und ihre Kulturfähigkeit ganz kurz zu fassen. Es sollte mir aber nicht gelingen. Nach zwei Versuchen 1 ), von denen ich mir kaum sagen musste, dass sie mit untauglichen Mitteln unternommen worden seien, kam ich schliesslich zu der Einsicht, dass es überhaupt ausgeschlossen ist, über diese merkwürdige Rasse in einem kurzen Kapitel in positiver Weise einwandfrei zu referieren. Selbst unter den bekanntesten und anerkanntesten Afrikakennern herrschen in Bezug auf die Eingeborenen noch derartige Kontroversen, dass nur eine gründliche Literaturbeherrschung den Interessenten instand setzt, in dieser
') Vgl. meine Aufsätze in der schweizerischen Halbmonatsschrift „Wissen und Leben" (Zürich. V. Jahrg. 1911/12, S. 757—769) und in den „Mitteilungen der ostschweizerischen geograph.-commerc. Gesellschaft in St. Gallen" (1. Heft 1912, S. 19—39).
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