Hermann Allmers und die Altertumsforschung
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Aufnahme in die „Duntziana" (nach der Bierstube von Thomas Duntze), später einfach „die Kneipe". Am 18. April 1847 schrieb er bald nach seiner Einführung in sein Tagebuch, daß er dort fast alle seine „alten lieben Bremer Bekannten" 39 ) traf. Näher darauf einzugehen und auf die Freundschaften, die er später noch in Bremen schloß, würde zu weit führen (vgl. hierzu Anm. 2).
Besonders eng verbunden war Allmers mit dem 1856 ins Dasein tretenden „Künstlerverein" bzw. zwei von dessen Abteilungen, von denen uns die 1862 gegründete „Historische Gesellschaft" oben schon begegnet ist, die andere ist die 1871 entstandene „Literarische". Über den Künstlerverein schreibt Entholt 40 ), daß er „das geistige und gesellige Leben in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts maßgebend beeinflußte. Was an Talenten in Bremen vorhanden war, strömte ihm zu; in ihren Vorträgen, Referaten und Diskussionen ergriffen und gestalte* ten sie die Anschauungen und Gedanken. Neben Heinrich Müller standen . . . Dr. Friedrich Pietzer . . . und Hermann Alb. Schumacher als Taufpaten". Als „mein genialer Freund, der Architekt Müller", und ähnlich kommt der eben erstgenannte in Briefen von Allmers vor 41 ). Pietzer war Schöpfer des „Bremer Sonntagsblatts", das etliche Aufsätze von Allmers brachte 42 ). Schumacher bittet Allmers einmal, einen Prolog zu dichten 43 ). An ihn, den „Verfasser der treff= liehen Geschichte des Stedinger Kreuzzuges", verweist Allmers später seinen Freund Detlefsen wegen einer historischen Frage 44 ).
Von den vielen Erlebnissen, die Allmers in Bremen hatte, seien nur zwei ge= nannt, die er trefflich geschildert hat. Im Winter 1860/61 veranstaltete der Künst= lerverein „eine getreue Reproduktion eines glanzvollen Festes, das 1335 der Erzbischof Burchardt gab". Unter den mehr als 1400 Mitwirkenden war auch Allmers. Einen Friesenhäuptling darzustellen, war recht nach seinem Herzen, „ob auch der Schweiß mir stromweise unter dem Eisenhelm, den ich von unse= rem Dorfschmied hatte schmieden lassen, hervordrang" 45 ).
Im Juli 1865 fand in Bremen ein großes deutsches Bundesschützenfest statt. Zwei von den aus diesem Anlaß geprägten Talern besitzt unser Morgensternmuseum. Den „Schützenschwindel" nennt Allmers das Fest. „Nicht um ein Haar haben sich Nord= und Süddeutschland dort genähert, ja, es fehlte nicht viel, so hätten sich die SchIeswig=Holsteiner und Preußen dort geprügelt. . ." Ein Holsteiner „schrie in einem fort: ,Wir wollen nicht unter eure verfluchte Pickelhaube. Ist das Deutschland unter einen Hut bringen? Verdammt sei eure Pickelhaube!' usw. — Schon gab's erhobene Fäuste. — Da rief ich: ,Umgekrempelt muß sie werden, ein deutscher Schützenhut davon gemacht, dann aber wollen wir alle drunter.' Hurrah! Umgekrempelt! rief jeder nun, und bald hatte sich alles in Wohlgefallen aufgelöst und ging zu Biere" 46 ).
Hermann Allmers und Bremerhaven
Auch zu Bremerhaven hatte Allmers enge Beziehungen. Wie oft mag er dorthin von Rechtenfleth aus mit den seit 1827 zwischen Bremen und Bremerhaven verkehrenden Dampfern schon gekommen sein, als er für sein Marschenbuch Studien in Wursten und Land Hadeln machte! Doch auch schon vorher war er zu kleinen Festlichkeiten usw. dort 47 ). Wie viele Abschnitte im Marschenbuch war auch der über Bremerhaven schon vorher als Zeitungsaufsatz erschienen 48 ).