326 Sechster Abschnitt.
gemäß, die Schanze zur Burg den Franzosen abgetreten und von diesen stark besetzt. Der Herzog von Richelieu, welcher an diesem Tage mit der ganzen fran- I
zösischen Generalität unter dem Donner der Kanonen ^
seinen Einzug hielt, wurde von einer Senats-Deputation am Osterthor empfangen und nach der Börse geführt, wo dieselben von dem Marquis d'Armentiers stattlich bewirthct und sodann mit ihrem Gefolge in den angesehensten Häusern der Neustadt einquartirt wurden. Zwey zu ihrer Bedeckung mit eingcrückte Kürassier-Re- !
gimenter lagerten auf dem Neustadts-Wall unter ihren ^ Zelten. Am 13. Sept. wurde der Herzog mit der gesummten Generalität von dem Senate auf dem Bör-
sen-Saale bewirthct. Am 14. Sept. verließ der Mar- j
schall mit seinem Gefolge und allen Truppen die Stadt. Letztere wandten sich bald darauf unter Anführung des Prinzen von Soubise nach Sachsen, um sich der, unter Anführung des Prinzen Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburgshausen in Thüringen stehenden Rcichsexe- ! cutionsärmee anzuschließcn. Am l^. Sept. wurde der j
kimft zwischen dem Herzog von Cumberland, als Oberbefehlshaber der verbündeten Armee, und dem französischen Marschall, dem Herzog von Richelieu, unter Vermittelung des dänischen Statthalters der damaligen Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, des Reichsgrafen Rochus Friedrich von Lynar, und unter Garantie des Königs von Dänemark, mußten sich die Hannoveraner bis Stade, Lüneburg und Lauenburg zurückziehen, die Hessen und Braunschweiger, mit den sämmtlichen Hülfstcuppen entwaffnet h.eimkehren, und die übrigen hannoverischen, braunschweigischen und hessischen Länder sollten bis zur Wiederherstellung des Friedens im Besitz der französischen Truppen bleiben.