Teil eines Werkes 
Theil 3 (1833) Chronik der Hansestadt Bremen
Entstehung
Seite
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108 Vierter Abschnitt.

Thcilnahme an dem, ihr so wichtigen Handel nach Now- ^ gorod, nicht. Die von den Engländern 1553 entdeckte ^ Fahrt nach dem weißen Meere, eröffnete denselben den Handclswcg nach Rußland, mit Umgehung der Ostsee, ^ und wurde dem Verkehr der Hansen mit diesem Reiche ^

höchst nachthcilig. Die dagegen versuchten Bemühungen ^

und Vorstellungen derselben blieben unbeachtet.

Der Anfang des Comptoirs in Bergen, beginnt mit dem Jahre 1278. Hinsichtlich der strengen Beob- ^ achtung der Fasten, in den damals allgemein katholi- ^ sehen Landern, war dieses Etablissement, wegen des, von dort ausgehenden bedeutenden Fischhandels, und ande- ^ ^

rerseits wegen des ansehnlichen Absatzes der deutschen I Manufacturwaaren, bey dem gänzlichen Mangel an Ma- ^ nufacturen daselbst, von hoher Wichtigkeit. Anfang- lich durften die Hansen ihre Buden daselbst nur vom 13. Mai, bis 14. September eröffnen und waren nach dieser Zeit zur Heimkehr genöthiget. Erst seit 1444, M,

wurde ihnen von Christoph, dem Könige der drey nor- dischen Reiche, der beständige Aufenthalt, mit den aus- gezeichnetsten Vorrechten zugestanden. Ihre, aus 21 Höfen, (Oiwräs) bestehende Residenz daselbst, diente fast ^ 3000 Bewohnern, großenthcils Handwerkern, zum Auf- ' enthalt. Um den Uebergang ihrer Gewerbe auf die Nation zu vermeiden, und mit den vielen Matrosen ^

stets schlagfertig zur erförderlichen Verfügung der Hanse ^

zu seyn, mußte das ganze Personal unverehlicht auf je- ^e

nen Handelshöfen leben, welche die angehäuften Waa- ^

renmagazine für Norwegen, und die Ausfuhrprodukte des Landes enthielten. Eine eigene Schcnkwirthschaft, eigene Aclterleute und ein Schütting, gehörten mit zu ^