Heft 
(2013) Bd. 10. Architektur der Zwanziger Jahre
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Spengler - Denkmalpflege am Klinikum Mitte - Entwicklung des Klinikgeländes

Ehemaliges Großes Krankenhaus, sogenannte Alte HNO-Klinik

neren Strukturen galten bis ins 20. Jahrhundert als vorbildlich für den Krankenhausbau.

Im Jahre 1980 beschloss der Senat nach Ein­gaben, Interventionen, Beiratsbeschlüssen und nicht zuletzt Protesten aus der Bevölkerung, das Gebäude zu erhalten und nicht als Stand­ort für den Ersatzneubau der Frauenklinik zu opfern. Es konnte in unmittelbarer Nähe der »Alten HNO« letztendlich doch noch ein Stand­ort für den Neubau gefunden werden, der Ende 1985 bezogen wurde. Ende 1984 gründete sich der Förderverein »Allgemeines Bremer Kranken­haus von 1851«. Dieser hatte laut Satzung die Aufgaben, sich für den Erhalt des Gebäudes und die Belange der Denkmalpflege einzuset­zen, Mittel für die Durchführung von Instand­setzungsarbeiten einzuwerben und bei der Su­che für eine zukünftige Nutzung des Gebäudes mitzuwirken. Ab 1987 konnten von der Stif­tung Wohnliche Stadt, vom Bund, von der Spar­kasse und vom Krankenhaus Mittel von insge­samt 550.000 DM eingeworben werden. Von diesen Geldern wurden reine Instandsetzungs­

arbeiten, die allein dem Zweck der Sicherung der Bausubstanz dienten, am Dach und an der Fassade und soweit erforderlich im Inneren durchgeführt. Außerdem wurden alle Fenster erneuert.

Zu diesem Zeitpunkt war über die zukünf­tige Nutzung noch nichts entschieden. Nach­dem für den medizinischen Betrieb in der Alten HNO-Klinik und für den Neubau der Frauen­klinik an anderen Stellen Ersatz gefunden wor­den war, bestand im Bereich der medizinischen Versorgung kein Bedarf mehr für das Gebäu­de. Die Suche nach einer geeigneten Nutzung, in die auch die Klinikverwaltung und Vertreter der Gesundheitsbehörde eingebunden wurden, gestaltete sich äußerst schwierig. Nachdem 1996 wieder über einen Abriss nachgedacht worden war, weil das Krankenhaus keine adäquate Nut­zung fand und potenzielle Interessenten eher Konzepte verfolgt hatten, die nur mit einem Abriss des Gebäudes hätten realisiert werden können, erfolgte noch im gleichen Jahr die Unterschutzstellung als Baudenkmal. Im Jahr

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