Heft 
(2013) Bd. 10. Architektur der Zwanziger Jahre
Seite
64
Einzelbild herunterladen
 

Denkmalpflege in Bremen Heft 10

Ottmar Struwe

Das Volkshaus: Ein expressionistisches Schmuckstück wurde saniert

Nach 80 Jahren wechselvoller Geschichte wurde 2008 das sogenannte Volkshaus, das ehemalige Gewerkschaftshaus und der heutige Sitz des Amts für soziale Dienste an der Hans-Böckler- Straße, von Grund auf saniert. 5,3 Millionen Euro musste Immobilien Bremen für das im Be­sitz der Stadt befindliche Haus aufwenden, um es unter Hinzuziehung eines freien Architekten­büros für die Zukunft fit zu machen.

In den Jahren 1926-1928 wurde das Gebäu­de nach den Plänen des angesehenen Bremer Architekten Richard Jansen BDA (1871-1941) erbaut. Er hatte den Auftrag, nicht nur ein Ver­waltungsgebäude für die administrativen Auf­gaben der Gewerkschaft zu erstellen, sondern

auch einen Ort für diverse kulturelle Angebote zu schaffen.

Ein Blick auf die Raumaufteilung nach der Eröffnung des Gebäudes verdeutlicht die um­fangreichen Aufgaben, die das Haus erfüllen sollte. Es war in drei Bereiche aufgeteilt: das Volkshaus mit den Geschäfts- und Versamm­lungsräumen der Gewerkschaft, das Jugendheim mit seinen Unterhaltungsräumen und das ge­meinnützige Bestattungsinstitut der Gewerk­schaft, das noch heute unter seinem Kürzel GEBEIN bekannt und tätig ist. In dem riesigen, über trapezförmigem Grundriss errichteten Bau gab es zwei Kellergeschosse mit Lagerräumen, einer Aufbahrungshalle, Kühlanlagen, Kegel-

Volkshaus an der Hans-Böckler-Straße

64