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Die Engelswiege : aus der geschriebenen Chronica des D. Bernardus Fabritius bremischen Bürgers / mitget. von Bernhardine Schulze-Smidt. Zeichn. von Margarethe von Reinken
Entstehung
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NEUNTES STÜCK

s konnte das Kind Heilikcn seine Sprache vor Weinen nicht finden, da sein herzliebster Vater ihm des Hauses Glück in seine Trübsal hin­ein trug, und es dessen inne ward, daß es, sonder bös Wesen und Zürnen seiner getreuen, geistlichen Mutter, möge allsogleich des Klosters Porten und todte Abbilder hinter sich legen. Und kleidete die Mei- stersche Alheyd es stumm nach dem

Gebote, doch mit ersichtlichem Ingrimme, in sein weltlich Gewand, welches ihm also weit worden und also kurz über den beschuhten Füßen, daß es ihm anstund als ein Mummenschanz. Schaute auch sein weiß Gesichtlein gar schmal und ärmlich aus dem Tiphoiken hervor, und waren die güldenen Röseken und Zahlperlen des Leibstückes matt worden in des Klosters dumpfem Schreinen. Und lud der Knecht des Kindes bunte Truhen unverzüglich hinter ihm auf das Saumroß, seiner Herrschaft in der Vorhut füraus zu reiten, und sie geziemend an der Schlachten zu melden.

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