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Die Bremer Juden unter dem Nationalsozialismus / Regina Bruss
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Das Problem der Arbeitsplatzbeschaffung für die ehemaligen Angestellten Bambergers sollte durch die Bremer Karstadt-Filiale gelöst werden. Sie hatte zugesagt, mindestens die Hälfte der Belegschaft zu übernehmen 252 .

Der Schlußstrich unter das Kapitel Kaufhaus Bamberger wurde gezogen, als es im Sommer 1939 zur Zwangsversteigerung kam. Auf dem Eckgrund­stück Faulen-, Doventor- und Neuenstraße lasteten Hypotheken in Höhe von 1,5 Millionen Goldmark, für die weder Zinsen noch eine Tilgung über die Mieteinnahmen erbracht werden konnten 253 .

Das Warenhaus Heymann & Neumann

Eines der größten jüdischen Geschäfte Bremens war das Warenhaus Hey­mann & Neumann; der Gebäudekomplex lag an der belebten Obernstraße. Zwischen April und Juni 1933 wurde es um mehrere Abteilungen ver­kleinert 254 , eine weitere Schrumpfung folgte im Winter 255 . Das bedeutete zugleich das Ende des Warenhauses, denn bereits Anfang Februar 1934 kündigte die Firma Gustav Cords, Berlin und Köln, die Eröffnung einer Bremer Filiale in den bisherigen Geschäftsräumen von Heymann & Neumann an 256 . Man hatte vor, sie als Spezialgeschäft für Stoffe, Wolle, Seiden, Spitzen usw. zu führen und vorläufig den Verkauf der Restartikel des Warenhauses, vorwiegend Schuh- und Lederwaren, fortzusetzen.

Als die neue Firma die Erlaubnis zur Annahme von Bedarfsdeckungs­scheinen 257 beantragte, ergaben sich Schwierigkeiten. Die Behörde vermutete eine Tarnung des alten jüdischen Unternehmens und setzte alles daran, den Einfluß des ehemaligen Inhabers Leo Neumann nachzuweisen. Bei ihren Recherchen fanden sich Sachverhalte, die sie in ihrer Annahme bestärkten. Vertreter der Firma Cords versuchten klarzumachen, daß das für Neumann in seinem Geschäftshaus reservierte Zimmer eine Art Privatbüro darstelle, eine geschäftliche Einmischung damit aber nicht verbunden sei 258 . Alle

252 Sitzung der Kleinhandelskammer vom 19. 1. 1937 (Qu. 121).

253 Qu. 90, u. Das Grundstück hatte eine Fläche von ca. 1 200 qm und mit dem Gebäude einen Friedensschätzwert von ca. RM 1,8 Mio. Seit der Vermietung kamen im Jahr ca. RM 48 000 an Mieterträgen herein. Das Erdgeschoß galt als wertvollster Teil, da die oberen Stockwerke schlechte Zugänge, Beleuchtung und Entlüftung hatten. Wahrscheinlich war auch das ein Grund für die Schwie­rigkeiten bei der Weiterverwendung des Hauses.

254 Der Einzelhändler, 1.9. 1933; danach wurde der Verkauf von Büchern, Noten, Parfümerie- und Photoartikeln aufgegeben.

255 Der Einzelhändler, 1. 12. 1933.

256 Schreiben eines Mitinhabers vom 9. 2. 1934 an die Pol.-Dir. Bremen (Qu. 78).

257 Nach dem Erlaß des Reichsministers der Finanzen über die Bedarfsdeckung für Ehestandsdarlehen vom 7. 3. 1934 durften Bedarfsdeckungsscheine nur in arischen Geschäften eingelöst werden (Blau, S. 25).

258 Schreiben der Firma Cords vom 7.3. 1934 (Qu. 78). Leo Neumann* zog im Sommer 1935 von Bremen fort.

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