Die Seefahrtschule zu Bremen
dient in erster Linie der Vorbereitung der jungen Seeleute /.um Bestehen der Prüfungen zum Seesteuermann und zum Schiffer auf großer Fahrt.
Das Unlcrrichlsgchicl bcschränkl sich indessen nicht auf die I ordcriingen der durch Kaiserliche Verordnung fest gelegten Prüfungsgcbiele, sondern in gleichem Maße finden auch alle übrig.'ii (iebiele, die zur vollsländigen Ausbildung der SIeueileule und Schiffer für die praktischen Verhältnisse des Seedicuslcs erforderlich sind, im Unterrichte Berück sichtigung. Die Seefahrtschule ist hierfür mit einem reichen Material an Instrumenten aus dem Gebiete der Nautik, Astronomie, Maschinenkunde und Physik ausgestaltet. Pin be sonderes Lehr/immer für den Unterricht in den physikali sehen Disziplinen und Räume für die Untersuchungen am Kompaß, sowie eine reichhaltige fachwissenschaftliche Bibliothek stehen auch den Schülern zur Verfügung. Um der Entwicklung der deutschen Schiffahrt Rechnung zu tragen, ist in der Seefahrtschule eine Station für drahtlose Tele- graphie nach dem System Telefunken angelegt, die zu Übungszwecken Verbindung mit benachbarten Navigationsschulen und Küstenstationen aufrecht erhält.
Um vielfachen Anfragen zu begegnen, sei bemerkt, daß die Seefahrtschule die Unterbringung junger unbefahrener Leute als Schiffsjungen nicht selbst übernimmt, sondern dahingehende Anfragen der „Schiffsjungen-Meldestelle des Vereins der Reeder des Unterwesergebietes" übermittelt. Diese Meldestelle ist verbunden mit dem „Seemannsheim", Bremen, Korffsdeich Nr. 7/8, einer unter der Leitung eines Vereines