III. Madagaskar.
A. V on Y o li e m a r 11 a c h F a s s i und N o s s i B 6.
Am 27. September 1877 fuhr Rutenberg mit einem Segelscliiffe, das zum Transport von 150 Rindern eingerichtet war, von Port Louis (Mauritius) nach Voliemar an der Nordostküste Madagaskars. Die Ueberfahrt war ziemlich langwierig, da anfangs eine zweitägige Windstille eiutrat, die dann plötzlich, als das Schiff sich auf der Höhe von Ngoncy (Ostkap) befand, in eine starke Nordostbrise Umschlag, so dass die Einfahrt in die schmale, von Felsenriffen durchsetzte Bucht von Voliemar sehr gefahrvoll wurde. Bei der Fahrt längs der Küste erschien das Land von niedrigen, wellenförmig aufsteigenden Bergen durchzogen, die in weiterer Ferne zu scharf geschnittenen Spitzen von etwa 1000 Meter Höhe anstiegen. Die Vorberge zeigten wenig Baumwuchs, dagegen trat das Unterholz bis dicht an das Ufer heran. Dazwischen leuchteten weite Strecken rotheu Sandes hervor und dichte Rauchwolken deuteten an, dass auch dort die afrikanische Sitte herrsche, durch Abbrennen des alten Grases dem Vieh im Frühjahr frisches grünes Futter zu verschaffen.
Kaum war das Schiff in die Bucht von Voliemar eingelaufen und hatte die französische Flagge aufgehisst, so wurde auch auf dem Hause des Hovakommandanteii die Fahne aufgezogen und in einem ausgehöhlten Baumstämme fuhr der Kommandant an das Schiff heran und nahm in der Kajüte des Kapitäns über die Dinge, welche das Schiff führte, ein Protokoll auf. Der Kommandant zeigte wie alle Ilovas den echten Malayentypus; lange, glatte, schwarze Haare, vorstehende Backenknochen, gelbliche Hautfarbe und schrägstehende Augenbrauen. Nach dem Kommandanten kamen Officiere eines im Hafen liegenden französischen Schiffes („Marguerite d’Anjou“) und Händler an Bord, mit denen dann Rutenberg und der Kapitän ans Land fuhren. Ein Empfehlungsbrief aus Port Louis verschaffte ihnen bald freundliche Aufnahme in dem Hause eines dort ansässigen Franzosen (Herrn Matthieu). Bei einem Spaziergange