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Zur Erinnerung an Dr. med Christian Rutenberg / H. Neuling
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I. Südafrika.

A. Kimberley und die Diamantengruben.

Schon aus weiter Ferne erblickt man die blinkenden Eisenblech­hauser von Kimberley, neben denen noch einige Zelthauser und Lehmhütten gewissennassen als Gedenkzeichen der früheren Armuth des Orts stehen, denn erst seit wenigen Jahrzehnten hat die Auf­findung von Diamanten hier einen plötzlichen Umschwung aller Verhältnisse herbeigefiihrt. Vor der Stadt liegt das Gouverneinents- gebäude mit dem von einem einfachen Drahtgitter umschlossenen Gouvernementsgarten, in welchem einige dunkelbelaubte Bäume und Büsche sorgsam gepflegt werden, um der kahlen Ebene wenigstens etwas Reiz zu verleihen. Dann folgt das Hospital, das vor den übrigen Häusern sich durch zwei Schornsteine auszeichnet, da die gewöhnlichen Wohnhäuser dort keine Oefeu beherbergen und die Küchen in besonderen Häusern daneben eingerichtet sind. Am Schneidepunkte der beiden Hauptstrassen der Stadt liegt ein ziemlich hohes Blechhaus mit grossen Fensterscheiben, die Synagoge, an welche sich daun eine Menge zum Theil recht freundlicher Häuser, mit Veranden und Vorgärten versehen, anreiht. Der Marktplatz ist viereckig und ziemlich gross, umgeben von den magistrats buildings, verschiedenen Offices u. a., während in der Mitte das Haus des Marktmeisters steht. Ende der sechziger Jahre waren die ersten Diamanten am Flusse gefunden worden, und mit grossem Eifer wurde nun das Flussbett durchwühlt (river diggiug). Immer wieder glaubte man eine neue, ergiebigere Fundstätte aufgedeckt zu haben, aber Viele wurden enttäuscht und Kimberley blieb jahrelang ein unbedeutender Ort. Da fand man plötzlich auf einer flachen Anhöhe (kopje) Diamantenspuren und nun begann das Schürfen und Minen­graben (dry digging). Der ganze Boden ist hier mit einer Sand­schicht bedeckt, die nur wenige Zoll tief ist. Schon hier fand man