Druckschrift 
Zur Erinnerung an Dr. med Christian Rutenberg / H. Neuling
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

II. Mauritius.

Am 23. August 1877 verliess endlich dieActaea den Hafen von Durban, nachdem schon Tags zuvor der vergebliche Versuch gemacht war, mit Hülfe des Schleppdampfers über die Sandbank am Eingänge des Hafens hinweg zu kommen. Der Wind war wenig günstig und Regenschauer verkündeten das Nahen des Frühlings. Ausser einigen Kulis befand sich nur noch ein Kreole an Bord, der nach Mauritius zurückkehren wollte. Anfangs trieb der Wind das Schiff stark nach Süden, bis man auf dem 35° einen östlichen Kurs einschlagen konnte. Rotenberg suchte sich die Zeit mit dem Erlernen der portugiesischen Sprache und dem Studium astronomischer und mathematischer Werke zu vertreiben, da die Seefahrt wenig An­ziehendes bot. Fliegende Fische zeigten sich hier weit seltener als im atlantischen Ocean, desto häufiger trat das Meerleuchten ein und prächtig gezeichnete Möven und Albatros begleiteten das Schiff bis weit in den indischen Ocean hinaus. Am Abend des 2. September erblickte ein Matrose vom Mastkorbe aus die Leuchtfeuer von Mauritius und am folgenden Morgen konnte man vom Deck aus die Nordostküste der Insel erkennen, als man zwischen den kleinen Felseninseln Round Island, Flat Island und Gönners Quoin hindurch­fuhr, welche mit gefährlichen Korallenriffen umgeben sind. Endlich kam das Lootsenschiff heran und bald darauf ein kleiner Schrauben­dampfer mit dem Quarantaiuearzt, um den Gesundheitszustand der Bemannung zu prüfen. Nachdem dann durch eine Flagge das Zeichen gegeben war, dass am Bord alles wohl sei, ruderten von allen Seiten Boote heran, um die Passagiere ans Land zu bringen. Im Hafen lagen 6070 englische, französische, italienische und nur ein deut­sches Schiff. Rotenberg fuhr mit dem Kreolen nach dem Zollhause, wo er in einem Steuerbeamten gleich einen ehemaligen Madagaskar- Reisenden kennen lernte. Gleich am Hafen betritt man einen grossen freien Platz, auf welchem die Statue des Herrn de la Bourdonnais steht, der sich um die Hafenanlagen sehr verdient gemacht hat; daran schliessen sich kleine Parkanlagen mit dem alten Gouveme-