Druckschrift 
Zur Erinnerung an Dr. med Christian Rutenberg / H. Neuling
Entstehung
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Wenn die Blätter fallen In des Jahres Kreise,

Wenn zum Grabe wallen Entnervte Greise,

Da gehorcht die Natur Ruhig nur

Ihrem alten Gesetze,

Ihrem ewigen Brauch,

Da ist nichts, was den Menschen entsetze!

Aber das Ungeheuere auch

Lerne erwarten im irdischen, Leben!

Mit gewaltiger Hand

Löset der Mord auch das heiligste Band,

In sein stygisches Boot

Raffet der Tod

Auch der Jugend blühendes Leben!

Mit herzlicher Liebe und Theilnahme hing Christian Rüterberg an seinen Eltern und Geschwistern; mit berechtigtem Stolze und den freudigsten Hoffnungen verfolgten Verwandte und Freunde das rast­lose Streben des jungen Mannes. Nicht eitle Ruhmsucht war es, die ihn von einem Unternehmen zum anderen trieb, sondern der unbesiegbare Drang seine Kenntnisse zu vermehren und der wahren, echten Wissenschaft zu dienen. Schon in seiner Jugend war es die Erde und ihre Bevölkerung, die sein lebhaftes Interesse erweckte. Darum waren Wanderungen und weite Reisen seine grösste Lust. Als dreizehnjähriger Knabe besuchte er Dänemark und den südlichen Theil von Schweden, als achtzehnjähriger Jüngling die Schweiz und Dalmatien. Das Studium der Botanik und der Naturwissenschaften erfüllten ganz seine Seele und der operativen Medicin sollte, wenn die Wanderlust befriedigt wäre, sein Leben gewidmet sein. In den bedeutendsten Kliniken Deutschlands hatte er sowohl in seiner Studienzeit als auch nach frühzeitig absolvirtem Staatsexamen fieissig gearbeitet, und eine Reihe von kleinen Abhandlungen in medicinischen Zeitschriften geben Zeugniss von seiner scharfen Beobachtungsgabe und seinem praktischen Sinn. Sein Wunsch auch praktisch seine Kenntnisse zu verwerthen, hatte ihn schon 1870 unter die Schaar der Johanniter nach Forbach und 1876 nach Serbien geführt und

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