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13. siap. Lüdwestafrika in wirlschasts-geographischer Hinsicht.
Orei^ehntes Hapiiel.
Südlvestafrika in wirtschafts-geographij'cher Hinsicht.
it Vergnügen bin ich der Aufforderung des Herrn Verfassers des vorliegenden Werkes nachgekommen, ihm einen kurzen Abschnitt
desselben und gern bereit, zn seiner Weiterenttvickelung beizutragen. Allerdings wird der Leser dieses Werkes von mir im Folgenden nickt etwa eine Landeskunde oder gar eine topographische Schilderung der Einzelbeiten erwarten. Was ich ihm geben möchte, ist nur ein allgemeines Bild großer Grnndzüge, von denen die wirtschaftliche Fortbildung der Kolonie jetzt und in aller Zukunft abhängig ist.
Südwestafrika liegt zwar zn einem Teil innerhalb der sogenannten tropischen Zone, denn es wird vom Wendekreis in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt, aber diese Lage vermag das Klima und die damit zusammenhängenden Wirtschaftsbedingungcn des Landes nur wenig zn beeinflussen. Denn dieses setzt sich aus einer Reihenfolge ungeheurer Hochländer zusammen, die in der Nordhälfte und im Listen einen mehr ebenen Ebaraktcr trage», die aber in der Mitte des Schutzgebietes, etwa zwischen 22 ° und 20 ° s. Br., zu noch gewaltigeren Erhebungsmassen anschwellen, um im Süden, dem Groß-Namalande, in ausgedehnte Tafellandschaften überzugehen. Man darf sich aber auch die Gebiete im Norden und Westen des DamaralandeS nickt als eine jeder Abwechselung bare Flachlandschaft vorstellen. Dort erbeben sich, ebenso, wie überall im Schutzgebiet, zahlreiche vereinzelte Höben, die entweder als schroffe Kuppen aus dem Hochlande aufsteigen, und zn denen unter anderen auch die höchsten Gipfel der ganzen Kolonie, die Smatako-Berge <2700 m i gehören, oder die sich auch hier als dem Plateau aufgesetzte Massen von lafelbergähnlichem Äußern darstellen, wie der bekannte Waterberg im nördlichen Hererolandc. Außerdem aber bilden besonders in den westlichen, nach dem Atlantischen Dcean zu absinkenden Gebieten die Thäler der größeren Flüsse derart gewaltige Unterbrechungen der Sbersläche des Plateaus, daß sie unter Umständen auch in der Fabreszcit, in welcher die in ihnen dem Meere z„ ziehenden Rinnsale nur wenig oder gar kein oberirdisches Wasser
Von Privntdocenl 1>r. K. Tove, Berlin.
über die geographische Eigenart unseres Schutzgebietes znr Verstau ^ sügnng zu stellen. Ist doch jeder, der dies Land kennt, ein Freund