Jahrgang 
1900: 1898/1899
Entstehung
Seite
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züchtigen, häufig auf kleineren Expeditionen die Truppe im ganzen Bezirk.

2. Kompagnie Jringa in Uhehe hat in der Besatzung keine Veränderungen.

Durch den Tod des Quawa — 19. Juli 1898 — hatte der Wahehe-Aufstand sein Ende erreicht. Wenn auch der Sultan seit Monaten über Machtmittel nicht mehr ver­fügte, so übte er doch noch immer jenen rätselhaften und fabelhaften Einfluß auf die Bewohner von Uhehe aus, dem sie sich nicht zu entziehen vermochten, und der ein friedliches Wirken im Kondeland unmöglich machte.

Jetzt hörte der Kriegszustand in Uhehe auf, die dort zusammengezogenen Truppen konnten vertheilt werden.

Die 3. Kompagnie marschirte aus Uhehe durch Upogoro zur Küste nach Kilwa und ist in Lindi stationirt. Sie züchtigte auf obigem Marsche mit entschiedenem Erfolge räuberische Wapogoro, die Mitte 1898 die katholische Missionsstation in Jssango überfallen hatten, und zeigte den Aufrührerischen in den Matumbi-Bergen erneut die Macht der Regierung.

In friedlicher Arbeit trug sie alsdann durch Wegebau wesentlich zum Aufschluß und der Entwickelung des Lindi- Bezirkes bei.

4. Kompagnie Mpapua und Kilimatinde.

Der von Mpapua abgezweigte Unteroffierposten Kondoa in Jrangi wurde wegen seiner Wichtigkeit als Stützpunkt an der Karawanenstraße in einen Offizicrposten umge­wandelt. Eine Reihe von kleineren kriegerischen Expeditionen gegen Unbotmäßige in dem großen Bezirk hielten die Ordnung daselbst aufrecht.

Kilimatinde wurde als Station selbständig gemacht und war häufig gezwungen, mit aller Strenge in ver­schiedenen Theilen des Bezirkes aufzutreten.

5. Kompagnie Dar-es-Salaam ist als stets schlag­fertiges Expeditionskorps zurückgehalten. Als solches be­strafte sie im September 1898 die Aufrührerischen in den Matumbi-Bergen. Sie findet fernerhin ausgiebige Ver­wendung beim Wege- und Brückenbau.

6. Kompagnie marschierte nach Aufhebung des Kriegs­zustandes in Uhehe nach Westen nach dem Tanganyika-See, um zunächst dortselbst die 9. Kompagnie in Ujiji zu unter­stützen und alsdann die Besetzung und Einrichtung des neuen Bezirkes Ukonongo, woselbst die Station Bismarck- burg errichtet werden soll, zu übernehmen.

7. Kompagnie Pangani wurde daselbst größtentheils aufgelöst und in Bukoba, am Westufer des Victoria Nyanza, welcher Bezirk selbständig gemacht wurde, von Neuem errichtet. Die dort bislang stationirte Abtheilung der 11. Kompagnie bildete den Stamm hierfür.

Um die Besatzung des Bezirkes zu verstärken stehen der Kompagnie Irreguläre zur Verfügung, die sich in diesem Grenzbezirk gut bewähren. Schwierigkeiten be­züglich Beschaffung des nöthigen geeigneten Menschen­materials fallen fort, da die dortigen Häuptlinge auf Anfordern eine beliebige Anzahl guter und brauchbarer Leute in kurzer Zeit zu stellen vermögen.

Es hat sich gezeigt, daß diese Mannschaften ge­nügend Disciplin schon mitbringen, an welche sie durch die straffe, despotische Regierung ihrer Heimathsbezirke ge­wöhnt sind.

Die sonst bei den Eingeborenen nicht seltenen De­sertionen kommen dort kaum vor, und es hat diese Art der Verstärkung den Vorzug der Billigkeit, da sich die Kosten der Einrichtung auf Lieferung der Waffen, der er­forderlichen Kleidungsstücke und der Beköstigung während besonderer Dienstleistungen beschränken.

Die Kompagnie hatte ihr Hauptaugenmerk auf den Grenzschutz während der unter den englischen Truppen in Uganda ausgebrochenen Unruhen zu richten, wie ferner