Jahrgang 
1900: 1898/1899
Entstehung
Seite
177
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Jahresbericht

über

die Entwickelung des Schutzgebietes der Marshall-Jnseln.

1. Bevölkerung.

Am Schlüsse des Berichtsjahres sind im Schutzgebiete 116 Fremde ansässig gewesen, und zwar 61 Weiße, darunter 3 Frauen und drei Kinder, 44 Halbblut, darunter 13 Frauen und 22 Kinder, und 11 Chinesen. Unter den 91 Erwachsenen befinden sich 50 Deutsche, 9 Amerikaner, 11 Chinesen, 1 Däne, 9 Engländer, 1 Franzose, 5 Nor­weger, 1 Schwede, 1 Schweizer, 3 ohne Staatsangehörig­keit. Von den 75 männlichen Fremden sind 5 Beamte,

2 katholische Missionare, 39 Kaufleute und Händler,

3 Pflanzer, 7 Seeleute, 1 Gastwirth, 7 Handwerker, 9 Ge­sinde, 2 ohne Beruf.

Eheschließungen haben im Berichtsjahre 3 stattgefunden, Geburten 1, Todesfälle keine.

In der Hauptniederlassung Jaluit leben 27 Weiße, darunter 3 Frauen und 3 Kinder. Hier sind auch die Häuptlinge der Ralik-Jnseln, unter ihnen die Oberhäupt­linge Loiak und Kabua ansässig. Die beiden letzteren be­sitzen drei Schmier von durchschnittlich 25 t, mit denen sie den Kopraertrag der ihnen gehörigen Inseln nach Jaluit bringen. Die Häuptlinge der Ratak-Jnseln, die, der Ober- häupiling Murjil von Maloelab ausgenommen, nur Inseln je eines Atolls besitzen, haben keine Schiffe. Murjil, dem außer Maloelab die Atolle Aurh, Wotje, Ailuk und Utirik gehören, ist Eigenthümer eines etwa 40 t großen Schuners.

2. Klima und Gesundheitsverhältnisse.

Der eigentliche Passatwind, der von Dezember bis Mai wehen soll, ist im Berichtsjahre wie auch im vorigen Jahre ausgeblieben, dagegen ist in dieser Zeit auf den südlichen Inseln ungewöhnlich viel Regen gefallen. Ein ungünstiger Einfluß auf den Gesundheitszustand der Weißen und Eingeborenen war nicht bemerkbar. Im Juni und Juli waren zahlreiche Personen an Influenza erkrankt. Im Allgemeinen war der Gesundheitszustand im Berichts­jahre ein befriedigender.

S. Urproduktion, Pflanzungen.

Die Kopraproduktion des Schutzgebietes betrug im Berichtsjahre 2770 t gegen 2727 1 im Jahre 1897/98 und 2417 im Jahre 1896/97. Die Hauptpflanzung auf Likieb, die Inseln Ujelang (Providences und Killi sind vollständig unter Kultur. Neubepflanzt sind etwa 40 üs. aus den kleineren Inseln des Atolls Likieb und etwa 30 üa auf Eniwetok (Brown-Jnselnl von den Eingeborenen dieser Inseln im Vertrage mit der Jaluit-Gesellschaft.

In den nördlichen Inseln der Ralik- und der Ratak- Kette, wo sonst reichliche Niederschlüge stattfinden, ist im vergangenen Jahre nur wenig Regen gefallen. Besonders haben die Pflanzungen auf Likieb, Ujelang und Eniwetok unter dem Regenmangel gelitten. Die nächste Ernte wird auf Kieseln Inseln gering ausfallen. Auf Nauru, wo im ganzen Jahre nur eine Regenmenge von 439 mir, ge-

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