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1913: 1910/11
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315
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Fleischbeschau.

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Teil ausgefallen. Nach Angabe des Besitzers war starker Juckreiz vor handen. Bei der mikroskopischen Untersuchung von Borken eines Kalbes fand ich eine Sarkoptesmilbe. Die Mütter der Kälber, die erst einige Wochen alt waren, waren gesund. Die Ansteckung dürfte durch räude­kranke Ziegen erfolgt sein.

Einen weiteren Fall von Akarusräude habe ich bei einem Rinde in Singidda beobachtet. Die Haut am Kopf und Hals war in dicke, bis daumenstarke Wülste gelegt, so daß das Tier einen ganz eigenartigen An­blick bot. In den aus den Wülsten ausgedrückten Talgpfröpfen waren reichlich Akarusmilben vorhanden. Der Ernährungszustand des Rindes war schlecht, ob durch die Räude oder einen anderen Umstand bedingt, war nicht zu entscheiden.

III. Fleischbeschau.

Mit dem fortschreitenden Weiterbau der Bahnen ist auch die Fleischversorgung der Küstenstädte, speziell Daressalams, eine wesentlich bessere geworden. Während früher die Schlachttiere in großen Herden wochenlang auf mit Tsetse und Küstenfieber ver­seuchten Wegen getrieben werden mußten und dann größtenteils schwer krank und abgemagert an der Küste ankamen, werden jetzt die Rinder in geringer Anzahl, je nach Bedürfnis, mit der Bahn möglichst direkt verfrachtet und erreichen dann ihren Bestimmungs­ort gesund und in gutem Nährzustande. Sehr unangenehm machte sich früher und auch zum Teil jetzt noch bemerkbar, daß die Schlachtviehweide in Daressalam mit Küstenfieber verseucht ist, die Rinder also nach länger als 14 tägigem Aufenthalt auf derselben teil­weise erkranken. Diesem Übelstande wird durch Zeckenbekämp­fung mittels eines mit dem Schlachthof verbundenen Viehbades ent­gegen getreten werden.

Wie in Daressalam, so sind auch an anderen Orten die teilweise recht mangelhaften und unhygienischen Schlachteinrichtungen ge­bessert worden. Allerdings bleibt für die Zukunft noch recht viel in dieser Beziehung zu tun übrig.

Im Berichtsjahre wurde in Daressalam ein in Deutschland ge­prüfter Laienfleischbeschauer angestellt. Auf den übrigen anderen Stationen waren durch Reg. Tierärzte ausgebildete Polizei-Wacht­meister, Sanitätsunteroffiziere usw. im Nebenamte tätig. Der häufige Wechsel dieses Personals macht sich in Anbetracht der ge­ringen, bis jetzt ausgebildeten Anzahl von Fleischbeschauern unan­genehm bemerkbar. Zeitweise wurde auch von den Regierungstier­ärzten die Fleischbeschau ausgeübt.

Trichina spiralis und Cysticercus cellulosae wurden im Schutz­gebiet bisher nirgends beobachtet

Uber beachtenswerte Einzelheiten der Fleischbeschau geben folgende Berichte Aufschluß.