Jahrgang 
1913: 1910/11
Entstehung
Seite
286
Einzelbild herunterladen
 

286

I. Deutsch - Ostafrika.

Ebenso fand er im Foetusdarminhalt nur diese Körper.

Infolge Auftretens der Rinderpest an der deutsch - englischen Nordgrenze mußten die Versuche abgebrochen werden.

e. Bestimmung einheimischer Gräser.

Bisher war über die hiesigen Weiden und ihre Gräser, den wich­tigsten, für die Ernährung der Viehbestände in Betracht kommenden Faktor, sehr wenig bekannt. S c h e 11 h a s e (Kondoa-Irangi) und S c h a e 1 e (Tabora) haben versucht, durch systematische Sammlun­gen und Bestimmung von Gräsern, deren Ergebnisse sie an anderer Stelle veröffentlichen werden, diesen fühlbaren Mangel abzustellen.

II. Spezielle Tierkrankheiten.

1. Küstenfieber.

Das Küstenfieber wurde oft festgestellt. Durch eine recht­zeitige Sperre konnte jedoch eine größere Verbreitung der Seuche vermieden werden. Außerdem sind soweit als möglich durch syste­matischen Weidewechsel die befallenen Rinderherden gereinigt wor­den, wodurch eine Verbreitung der Seuche und größere Verluste vermieden wurden. Als T h e i 1 e r nachwies, daß die braunen Zecken (Rhip. append., Rhip. capensis und Rhip. nitens.) schon in 16 Tagen ihren Häutungsprozeß vollenden können, hielt man zu­nächst einen dreimaligen Weidewechsel a 15 Tage (ohne Thermo- metrieren) für nötig und führte ihn auch einige Male durch. Diese Vorsicht ist jedoch nicht nötig, da T h e i 1 e r bewiesen hat, daß die Zecken erst frühestens 8 Tage nach der Häutung Tiere anfallen.

Infolgedessen behielten wir im übrigen den zweimaligen Weide­wechsel nach 22 Tagen als den zweckmäßigeren bei.

Unsere seit 6 Jahren vertretene, anderweitig jedoch bestrittene Ansicht von der Spezifität der Koch sehen Kugeln wurde durch die Arbeiten Dr. Gonders im Theiler sehen Institut in Pre­toria einwandfrei bestätigt.

Die Feststellung von Koch sehen Kugeln in Nierenembolien einer kranken Elenantilope in einer küstenfieberverseuchten Gegend (durch Reg. Tierarzt T r a u t m a n n) lenkt die Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit einer Verbreitung des Küstenfiebers durch das Wild. Das Gouvernement hat auf jenen Nachweis die Elenantilope aus der Liste des für den großen Jagdschein (1000 Mark) reservier­ten Wildes gestrichen.

Über weitere beachtenswerte Einzelheiten des Küstenfiebers liegen noch folgende interessante Mitteilungen aus Uhehe (Lich­te n h e 1 d) und Usambara (Reg. Tierarzt T ra u t m a n n) vor.

»Die Entseuchung der bis zum Jahre 1907 im Iringabezirk be­kannt gewordenen Seuchenherde durch Weidewechsel hat sich sehr