Spezielle Tierkrankheiten.
3°9
Rinder die Wurmbrut wahrscheinlich auf den sumpfigen Weidestellen in der Nähe der Mangrovenbüsche. Mit Zunahme der Trockenzeit und durch Behandlung mit Wurmmitteln hörte das Sterben auf.
In der Hauptsache scheinen die Strongyliden aus Strongylus contortus und Strongylus Ostertagii zu bestehen.«
15. Geflügelkrankheiten.
a. Geflügelcholera.
Reg. Tierarzt Dr. Manleitner beobachtete die Cholera in dem sehr wertvollen Hühnerbestande eines Europäers in Daressalam. Mittels wiederholter gründlicher Desinfektion des Stalles und der Auslauf räume gelang es ihm, die Seuche zu tilgen und schwere Verluste zu verhüten.
Auch in verschiedenen anderen Teilen des Schutzgebietes wurde Geflügelcholera beobachtet. Über ihr Auftreten in den Bezirken Tanga und Wilhelmstal berichtet Reg. Tierarzt T r a u t m a n n wie folgt:
»Wie im vorigen Jahre hat auch in diesem Jahre die Geflügelcholera eine starke Ausbreitung gewonnen. Die Seuche herrschte nach meinen Feststellungen namentlich in Korogwe, Wugiri, Wilhelmstal, Mlalo, Mombo, Amani, Tanga, hat aber auch an anderen Orten und unter den Hühnern der Eingeborenen großen Schaden angerichtet, nur werden hierüber nicht immer Meldungen erstattet. Die Seuche trat außer bei Hühnern auch bei Enten (Wilhelmstal) und Tauben (Tanga) auf.
Es wurde sowohl die akute als auch die chronische Form der Seuche beobachtet. In meinem eigenen Hühnerbestande verliefen die akuten Fälle in der bekannten Weise, daß die Tiere zusammengekauert mit herab- hängenden Flügeln herumsitzen oder sich schlapp und schwankend bewegen. Bei vollständig fehlendem Appetit stellt sich bald profuser Durchfall mit Entleerung stinkender, dünnflüssiger, schmutzig-weißer Abgänge, die die Umgebung des Afters besudeln. Manche Tiere stöhnen und atmen schluchzend mit offenem Schnabel angestrengt. Mit zunehmender Schwäche gehen die Tiere unter Krämpfen oder schlafsüchtig ein. Namentlich bei Küken verlaufen diese Fälle schnell tödlich, bei älteren Tieren nach einigen Tagen.
Ziemlich häufig nimmt hier die Geflügelcholera einen chronischen Verlauf. Die mit Blutarmut und Abmagerung einhergehende chronische Form der Geflügelcholera hielt ich anfänglich für eine andere Krankheit, bis ich mich durch wiederholte Blutuntersuchungen davon überzeugte, daß es sich um die durch den Bacillus avisepticus hervorgerufene Geflügelcholera handelt. Charakteristisch ist hierbei das Anschwellen der Gelenke an den Flügeln und Beinen, wobei es schließlich zur Entleerung eitriger Massen aus der heißen und geröteten Geschwulst kommt. Eintretende Diarrhöe, wie bei der akuten Form, und zunehmende Abmagerung und Schwäche führen, oft er.->t nach mehreren Wochen, den Tod herbei.
Die Sektion an akuter Cholera verendeter Tiere läßt oft w^enig Auffälliges erkennen. Die Hautveränderungen findet man am Darm, der dunkelrot erscheint und dessen Schleimhaut geschwollen und gerötet ist. Der Darminhalt ist braunrot, schäumig und in den hinteren Darmpartien weißgrünlich gefärbt. Am Herzen findet man punktförmige Blutungen.