Anlage 2.
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Anlage 2.
Beschreibung der Eingeborenen-Krankenhäuser in Deutsch-Ostafrika.
1. Das Sewa-Hadji-Hospital in Daressalam.
Das im Jahre 1893 erbaute Sewa-Hadji-Hospital verdankt seine Entstellung einer großen Stiftung eines reichen Inders, nach dem es auch benannt ist. Es dient nur zur Behandlung von Indern und anderen Eingeborenen.
Es liegt auf dem Gelände zwischen Magazinstraße und dem Strande. Seine Gebäude bilden einen etwa rechteckigen, zusammenhängenden Komplex (vgl. Grundriß auf Seite 101). Die einzelnen Räumlichkeiten öffnen sich nur nach dem nach arabischer Sitte in der Mitte liegenden Hofe. In der Mitte der Vorderfront etwa befindet sich das Eingangstor (vgl. Abb. 1 auf Tafel I). Rechts davon Ta/ej liegt ein 38,50 m langes Haus, dessen Obergeschoß 17 m lang ist und zwei Zimmer, einen Bade- und Abortraum nebst einer etwa 2 m breiten Veranda enthält. Diese Räumlichkeiten dienen 2 Sanitäts- Unteroffizieren zur Wohnung. Das Erdgeschoß enthält einen Raum für die Wache; daran schließen sich in der Front Krankensäle.
In der Südfront liegen neben Krankenzimmern die beiden Kochräume und ein 5 m langer Schuppen zur Aufnahme des Brennholzes.
Den Abschluß der Südfront bilden ein Baderaum und 2 Aborträume mit 1 und 3 Brillen. Die Fäces und das Badewasser werden durch einen zementierten Kanal dem Meere zugeführt. Das Regenwasser und die Abwässer ergießen sich gleichfalls durch eine vor dem Holzschuppen befindliche Öffnung in dieses Rohr. Die Reinigung der Aborträume, die durch automatisch schließende Türen abgesperrt sind, geschieht durch tägliches reichliches Wässern.
Es folgen nun in Ostfront ein Krankensaal, ein Krankenzimmer und ein Magazinraum. Die Mitte dieser Seite wird durch das zweistöckige, von vier Türmen gekrönte Hauptgebäude eingenommen (vgl.
Abb. 2 auf Tafel I). Im Untergeschoß dient der Vorraum, der mit r a / ejj Bänken eingerichtet ist, als Warteraum, von wo aus man nach rechts in den Poliklinikraum, nach links in den Operationsraum gelangt, der zugleich zu mikroskopischen und chemischen Untersuchungen benutzt wird. Die Ausrüstung an Instrumenten und Inventarien genügt völlig, um selbst die größten und schwersten Operationen ausführen zu können. Ein kleiner Nebenraum jederseits dient zur Aufbewahrung von Verbandmitteln und Medikamenten.
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