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Lambrecht:
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Anbau, Ernte und Verwertung der Feldfrüchte bei den Eingeborenen.
I. Körnerfrüchte.
1. Mohrenhirse (Kaffernkorn) Durra, Andropogon Sorghum.
Kisuaheli «Mtama», Kisagara «Uhemba».
Mtama wird in vier Arten gebaut.
1. Art Zebere (Kisagara). Stengel und Blätter zeigen üppige Formen; wird 4—5 m hoch. Früchte weiß, sehr dick. Die Wasagara bauen diese Art allein.
2. Art Karaji. Stengel und Blätter dünn, wird 2—3 m hoch. Früchte weiß und dünn. Alle andern Volksstämme bauen hauptsächlich diese Art und nur vereinzelt Zebere.
3. Art Mdeha. Stengel und Blätter weisen mittlere Formen auf; Früchte rötlich, dick; wird nur in den Bergen auf den Hochebenen und in der Nähe der Bergbäche gebaut, gedeiht in der Ebene nicht.
4. Art Tindili. Stengel und Blätter wie bei 3, Blattrippe rötlich, Spelzen und Früchte rötlich, der Halm ist unterhalb der Rispe knieförmig nach unten gebogen, der Stengelsaft ist süß wie der des Zuckerrohrs; ist schon vier Monate nach der Aussaat erntereif.
Anbau. Mtama wird gebaut auf tiefgründigem humosem Sandboden, aber auch auf sandigem Humusboden unter Bevorzugung des ersteren. Die Aussaat geschieht mit der des Mais zusammen als Mischkultur. Es wird zu diesem Zweck Mtama und Mais im Verhältnis 2: 1 gemischt, nachdem vorher eine sorgfältige Auswahl der Saatkörner stattgefunden. Die von Insekten angefressenen werden zur Saat nicht verwendet. Auf besondere Größe der Körner wird nicht gesehen. Eine Auswahl der Saatmaiskörner, wenn diese noch am Kolben sitzen, ob von unten, aus der Mitte oder der Spitze des Kolbens, wird ebenfalls nicht vorgenommen.
Die Aussaat beginnt Ende Dezember oder Anfang Januar, sobald der Regen eingesetzt und den Boden genügend aufgeweicht hat. Eine Person schlägt mit der Negerhacke in Abständen von 1 / 2 — 3 /.i m nach allen Richtungen Saatlöcher von etwa 3—4 cm Tiefe in den Erdboden; eine zweite Person folgt und wirft in jedes Loch von der Saat soviel, als sie mit den Fingerspitzen gut fassen kann, es sind das ca. 4—5 Mais- und 8—12 Mtamakörner; dieselbe Person oder eine nachfolgende dritte deckt mit dem Fuße die Saat leicht mit Erde zu. Diese Saatmethode ist bei den Wasagara zu Hause. Alle anderen Volksstämme säen zunächst in Pflanzlöcher, die 1—1 1 / 2 m nach allen