„Die Zukunft des deutschen Volkes hängt am letzten Ende davon ab. wieviele Menschen auf der Erde Deutsch sprechen werden."
Heinrich von Treitschke.
Jni Vierzigsten Jahre des neuen deutschen Reiches feiert der Verein für das Deutschtum im Ausland, der Allgemeine Deutsche Schulverein das Fest seines 30jährigen Bestehens. Dieses Zusammenklingen des unscheinbaren Ereignisses einerschlichten Ver- kinsgründung mit dem gewaltigen weltgeschichtlichen Vorgange der Entstehung des neuen Reiches bedeutet mehr als eine rein zeitliche Beziehung. Ihre Ursächlichkeit tritt ins Licht, wenn jene Vereinsgründung nicht allein nach ihrem Wert zur Entstehungszeit bemessen wird, sondern auch nach den Gründen, die sie veranlaßten, und den Entwickluugskeimen, die sie schon damals für die Zukunft in sich barg, und die sich von Jahr zu Jahr stärker hervordrängen.
Die Errichtung des Deutschen Reiches war der Triumph des nationalen Gedankens, den wir immer deutlicher als die gewaltigste der Triebkräfte in der neuzeitlichen Völkergeschichte erkennen: des nach Betätigung und Verwirklichung ringenden Bewußtseins der Z u s a m in e n g e h ö r i g k e i t nach S p r a ch e, Art und Blut. Aus ihm erwächst der naturgewaltige Drang, die so Zusammengehörigelt wenn irgend möglich im gemeinsamen Nationalstaat zu vereinigen, wo dies aber uns geographischen oder anderen Gründen ausgeschlossen ist, sie znr Wahrung ihres Volksbesitzes an geschichtlicher Ueberlieferung, Sprache und Sitte in innerer Gemeinschaft zu erhalten. Selbst ein Bismarck wäre an dem Riesenwerke, die zersplitterten und zerklüfteten, in Jahrhunderten des Stam-