Teil eines Werkes 
3 (1912) Ostafrika / Karl Dove
Entstehung
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Ki'lstenbildung und Häfen.

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und die Länge der Zeit, welche verstrichen ist, bis die Eisen­bahnen über die Küstenzone im engern Sinne hinausdrangen, ist bis zu einem gewissen Grade auch der Größe dieser Ent­fernungen zuzuschreiben, da deren endgültige Überwindung eben hier ganz andere Arbeiten voraussetzt als in den anderen Schutzgebieten.

Einige von diesen Weglängen mögen hier Platz finden, selbstverständlich in abgerundeter Form. Selbst die im Ver­hältnis zur Größe des Ganzen geringe Luftlinienentfernung von der Küste bis zum Kilimandscharo beträgt 300 Km, also beinahe ebensoviel wie die gerade Linie BremenFrank­furt a. M., die Strecke vom Meere bis zur Mitte des östlichen Ufers des Tcmganikasees mißt mit 900 Km so viel wie diejenige von Hamburg bis Mailand, uud die wichtigen Hochgebiete im Westen des mächtigen Ukerewesees sind vom Ozean gar ebenso weit entfernt wie Kiel von Venedig. Trotz einer Länge der Küste von rund 1000 Km entfallen somit immer noch ungefähr 1000 czkm auf je 1000 in Meeresufer.

Knstenbildung und Häfen.

Ostafrika zeichnet sich, rein äußerlich betrachtet, durch keine besonders günstigen Meeresufer aus. Denn der flache, von Korallen gebildete Ufersaum besitzt weder weit vorspringende Halbinseln noch auch unmittelbar an den Ozean heran­tretende Steilküsten. Wenn trotzdem eine große Zahl von guten, teilweise sogar von recht guten Landungsplätzen vor­handen sind, so liegt dies an der geologischen Entwicklung des Ufersaumes und an der vom Meere in ehemaligen Bachrinnen geübten Erosionstätigkeit. Hans Meyer, der beste Schilderer Ostafrikas, bezeichnet daher diese in den Korallenkalk einge­schnittenen Becken unmittelbar als Ästuarien.

Solcher Landungsplätze besitzt nun das heutige Ostafrika eine Reihe von sehr wichtigen, von denen einige seit langem