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Flasche mit Süßöl und läßt sie darin sterben. Diese Flüssigkeit streicht man hernach auf die Wunde und nimmt davon ein; wohl noch nie ist, wenigstens so viel ich gehört habe, dann ein Mensch oder Vieh am Stich des Skorpion gestorben. Glücklicherweise hat aber der Skorpion einen Feind, der ihm energisch nachstellt, und zwar eine Eidechse, die auf diese Weise manchen Arzt und Arzenei spart. Neben dem Skorpion sei auch der ihm nahe verwandte Tausendfuß genannt, der sich ebenfalls in zwei Arten zeigt, der schwarze, ringförmige oiiAororkno und der rote omnkorombntn, beide etwa 10 ein lang. Doch ist nur der letztere giftig. Eine Menge anderer Insekten, zu denen auch die lästigen Moskitos gehören, die Gottesanbeter, die Spinnen, Taranteln, sowie verschiedene Schneckenarten seien hier nur als auch vorhanden angedeutet.
Damit wäre unser Gang durch die Tierwelt des Hererolandes beendigt.
Mineralien.
Es erübrigt nur noch, mit wenigen Worten des Mineralreiches zu gedenken. An Mineralien soll Südwestafrika reich sein. Schon 1792 hatte man am Kap Kunde von dem Goldreichtum des Namalandes. Nach meiner Kenntnis des Landes kann man hier auch nicht nur steinreich werden im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern es besteht kein Zweifel, daß im Hereroland auch Kupfer, Eisen, Blei, Graphit und Gold noch ungehoben in der Erde ruhen. Versuche, sie zu heben, sind ja, namentlich mit englischem Gelde, seit 1854 und 1890 öfter gemacht worden, z. B. auf Rehoboth, Otjamukoka, Otavi, Tsnmeb und Otjonjati, doch bis jetzt ohne viel Erfolg. Nach dem Urteil des Dr. Fleck, eines der tüchtigsten Bergleute, die dort waren, finden sich Kupfer und Gold nur in sogenannten Pockets, d. i. Taschen oder Mulden hie und da verstreut, aber nicht genug, um den Bergbau zu lohnen. Die Zukunft muß es lehren, ob sich die Hoffnungen, die man auf die anzulegenden Minen setzt, erfüllen werden. Jedenfalls kosten die Versuche sehr viel Geld, und es ist nicht unmöglich, daß es auch aus diesem Gebiete geht, wie so vielfach sonst in Südwestafrika, daß der glänzende Schein trügt und die gebauten Luftschlösser schmählich zusammenbrechen. Wir wünschen es gewiß nicht; aber der Erfolg, wird es einst lehren, ob wir recht oder unrecht gehabt haben.
Hereroland ist und bleibt nach den Zeugnissen der wirklichen Kenner des Landes nur ein Land für Viehzucht mit beschränktem Gartenbau. In den Viehherden, die in den ungeheuren Steppen ihre Weide finden, liegt der einzig sichere Erwerbszweig für die schwarze und die weiße Bevölkerung. Die Ausbeutung von Mineralien kann das nicht werden. (Vgl. das Kapitel r Handel und Industrie.)