Erster Abschnitt.
Das Lancl 6er stierero.
Erstes Kapitel.
Vorgeschichte 6es lucrnäes.
^)as Land der Ovaherero, gewöhnlich Hereroland genannt, liegt zwischen dem 19. und 23.0 südlicher Breite und dem 14. und 20.° östlicher Länge von Greenwich. An seinen Grenzen im Osten und Westen von breiten Sandgürteln umgeben, die es lange verschlossen hielten, hat es keine Vorgeschichte wie Ostafrika, das dem Verkehr seit alten Zeiten zugängig war. Das erste, was wir darüber hören, stammt aus dem Zeitalter der großen Entdeckungen. Vasco da Gama, der kühne Portugiese, landete im Jahre 1485 auf der Suche nach dem Seewege nach Indien in Begleitung des Bartolome Diaz und des Don Jouan Jnfanta mit Diego Cäo in Kap Croß an der Westküste Afrikas. Noch heute zeugt davon die Inschrift auf dem steinernen Kreuz, das Diego Cäo auf Befehl Johanns II. von Portugal auf Kap Croß errichtete. Sie lautet: „Seit Erschaffung der Welt sind 6684 und seit Christi Geburt 1484 Jahre verflossen gewesen, als der erhabenste Don Joao von Portugal befohlen hat, daß durch Jacobus Canus (Diego Cäo), seinen Ritter, die Säule hier gesetzt werde." Daß die Expedition auch an einer Reihe anderer Häfen landete, bezeugen die alten Namen derselben, wie 6 nl )0 ä 6 Log lÄporgntzig (Kap der guten Hoffnung) und andere. Vasco da Gama ist es auch, der den für die Ethnographie so wertvollen Bericht von den Hottentotten und Negern hinterlassen hat, die er 1497 bei seinem Besuch am Ogsto clo Log. Lspsrgiitzig als reiche Herdenbesitzer vorgefunden habe. Diesen Hottentoten, Nama und einer Bastardrasse aus Phöniziern und Negern hier im Süden Afrikas, werden wir hernach wieder begegnen.
Freilich gehen einige Jahrhunderte darüber hin, ehe die europäischen Forscher bis ins Innere des Landes dringen. Als im Jahre 1652 Südafrika, besonders die jetzige Kapkolonie, an die Holländer kam, begann die erste Kolonisation des Landes durch Holländer und Hugenotten, die infolge des