Rotschwänzchen und Bachstelze vervollständigen in der Fremde das Bild der heimatlichen Vogelmelt. Selbstverständlich ist auch das Geschlecht der Taubeu und der Hühner vertreten; ersteres in drei Arten: der großen blauen Steintaube, der kleinen Feldtaube und der Turteltaube. Die Hühner werden von den Herero gern gehalten, obwohl ihre Eier von ihnen selten gegessen werden. Besonders die Hähne sind von ihnen wegen ihres die Stunden der Nacht anzeigenden Krähens sehr geschäht. Beide jedoch, Tauben wie Hühner, haben hier so gut wie in der Heimat ihre gefährlichen Feinde in den vorkommenden Raubvogeln. Da sind zunächst zwei Arten von Habichten: orusto 26 und vug'uvi, Mer klein und braun, dieser größer und grauweiß. Ihm fallen nicht nur die kleineren Vogel und Hasen, sondern sogar kleine Schaflämmer zur Beute. Er ist der Aasgeier Südwestafrikas. Doch gibt es auch eine Art Lämmergeier, die den Herden folgt. Außer beiden zeigt sich noch eine seltenere Art, der olruriusto, Augenfresscr, etwa unserm Jagdfalken ähnlich, und der mulfirionMUN. d. h. „ich esse Fleisch", der in großen Scharen den Heuschreckenzügeu nacheilt. Zwei Nachteuleuarten, die kleine, otsimlü, und die große, otMiui (Uhu), sind besondere Liebhaber von Hühnern und Tauben. Der Ruf des letzteren verkündet nach dem Aberglauben der Herero Unglück, wie es bei uns der Schrei des Waldkäuzchens tun soll. Sind das alles uns aus der Heimat bekannte Vogel, so fehlen auch die buntgefiederten Bewohner der heißen Zone, die Papageien, nicht. Zwei blaugefiederte Arten und der Nashornvogel beleben die Wälder. Auch eine Art Paradiesvogel mit den langen, schwalbenschwanzartig sich ausbreitenden Schwanzfedern ist nicht selten.
Alles in allem bietet also auch die Vogelwelt im Hereroland einen bedeutenden Reichtum. Sind doch im vorstehenden nur die mir, dem Laien, bekannt gewordenen Arten genannt, während der Forscher und Fachmann noch sehr viele andere finden würde, die sein Interesse herausfordern. Dasselbe gilt auch von dem Geschlechte der Reptile und Amphibien, der Schlangen und Eidechsen, wovon im folgenden die Rede sein soll.
Reptile unck Amphibien.
Besonders die Schlangen (oMusostu) sind in zahlreichen Arten vertreten. Die größte und giftigste unter ihnen ist die Riesenschlange (oiiänrn), die bis zu 8 .m lang wird und schon im jugendlichen Alter immerhin einen Umfang von 00 bis 70 vin ausweist. Schon ihr Hauch und ihre Spur find giftig. Ich sah die Beine eines Herero, der in ihre Spur getreten hatte, sofort dick aufschwellen. Interessant ist es, wie die ouckarg. ihre Beute, Wild oder Schafe, zu erlangen weiß. Sie richtet sich mitten im Felde wie ein Baumstamm auf und ahmt dabei die Stimme der Schafe oder auch anderer Tiere, die sie anlocken will, meisterhaft nach, um sich auf sie zu stürzen, sobald sie