ausgespülte Felsenhöhlungeu und rundgeschliffeue Quarzsteiue. Die Lchmflächcu ferner auf Otjosazu, Okahandja und zwischen Omaruru und Ombnro sind, wie man an den oft 5 m hohen Flußufern bei Otjimbingue noch deutlich sehen kann, nichts als angeschwemmtes Land, in dem grober und feiner Flnßsand schichtweise übereinander liegt. Da endlich, wo jetzt in Otjimbingue die Pferdeställe und Werkstätten der Kaserne stehen, war noch in den fünfziger Jahren ein Wasserteich mit mehreren Quellen, so daß die Missionare Rath und Hörne- mann Ihü m tiefe Abzugsgräben machen mußten, um das fruchtbare Land zu entwässern und nutzbar zu machen. Aber schon 1869, als ich dort hinkam, mußten wir das Wasser in 2 bis 39s m tiefen Löchern suchen. Damals fand ich auch noch aus einem hohen Hügel am Swakop bei Otumuama glatt geschliffene Flußsteine. Diese Spuren früheren Wasserreichtums auch an der Westseite des Landes finden ihre Bestätigung durch die Erzählungen des oben erwähnten Sebastian van Reenen, der im Jahre 1773 an der Bai bei Nonidas noch Elefanten und Giraffen in Menge sah. Wo sind diese jetzt? 1870 sah ich ihre letzten Spuren bei Erindirondjiva, seit 1880 haben sie sich ganz nach dem Osten zurückgezogen.
Auch der Osten des Hererolandes muß früher viel wasserreicher gewesen sein; behaupten doch die Geologen, das innere Becken der Kalahari sei einst ein See gewesen. Wirklich fand man dort 1879 beim Graben eines Brunnens noch Seemuscheln vor. Nicht minder weisen die kesselartigen Teiche der Omaheke darauf hin, daß sie früher in weitem Umfange voll Wasser gestanden haben muß.
Dürre.
Eine andere auffallende Erscheinung in dem früher ziemlich wasserreichen, jetzt aber wasserarmen Lande ist die der General-Dürre. Mit ziemlicher Regelmäßigkeit haben nämlich seit 1761 — soweit können wir es verfolgen — etwa alle 30 Jahre eine sogenannte General-Dürre und etwa von zehn zu zehn Iahen einige gewöhnliche dürre Jahre stattgefunden. Die Geschichte der oben mitgeteilten Expeditionen und der Herero Jahres-Epochen Kalender lassen die ziemlich sichere Annahme zu, daß die Jahre 1771, 1792, 1833, 1844, 1867 und 1902,03 eine General-Dürre gebracht haben. Im Jahre 1844 mußte der Missionar Hugo Hahn die eben angelegte Station Okahandja des Wassermangels halber aufgeben. In den Jahren 1866—1868 war der Swakop in drei Jahren nicht bis Otjimbingue gelaufen. Bei meiner Ankunft auf Okahandja fand ich 1869 die sonst laufende Quelle ausgetrocknet und mußte dort und auf Osona das Wasser in fast 3 in tiefen Löchern suchen. Im Jahre 1902,03 war das Wasser auf Otjosazu im Flußbett bis auf 4 m Tiefe eingetrocknet, während es in den guten Jahren von 1870 an immer eine etwa 1000 Schritt weit anslaufende Quelle bildete. Es war dies das erstemal in den 31 Jahren, daß wir Wassermangel hatten und täglich nur