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Man hat solche Quellen, orni otni genannt, in Omaruru, Okombahe, Salem, Diepthal, Horebis, Tsaoobis, Otjimbingue, Otjikango, Okahandja, Otjosazu und Otjizeva, sie sind zumeist Süßwasserquellen.
Eine andere Art von Wasserbehältern bilden die sogenannten Ozombn, Feldbrnnnen, die von den Eingeborenen mit spitzen, aus hartem Holz geschnitzten Stöcken im Sandfelde gegraben worden sind; man findet sie nur da, wo der Kalkstein-Untergrund das Wasser festhält und ein Durchbohren mit solchen ursprünglich einfachen Werkzeugen gestattet. Da diese Brunnen oft 1- 3, ja wohl gar 6 — 8 in tief sind, so kann man sich denken, welche Mühe und Ausdauer dazu gehört, sie herzustellen. Freilich haben sie zwei große Nachteile. Einmal gibt der weiße Lehm, der zwischen dem Kalkstein sitzt, dem Wasser eine schmutzig weiße Farbe, sodann sammelt sich nach dem Schöpfen das Wasser nur sehr langsam wieder an und sickert oft nur tropfenweise aus dem Gestein heraus.
Neben den genannten beiden Arten, den periodischen Flußquellen und den künstlich hergestellten Feldbrunnen, gibt es noch einige immer fließende natürliche Quellen, otniiurni genannt, deren Wassermenge vom Regen unabhängig und vereinzelt auch schwefelhaltig ist. Eine Anzahl davon sind Thermen, andere enthalten kühles Süßwasser. Die hauptsächlichsten finden sich auf Groß- und Klein-Windhuk, zum Teil sehr stark und 77" Oheiß; auf Otjikango mittelstark und 64" heiß; auf Klein-Otjikango 60° heiß und schwefelig; auf Okanduu, hinter dem Liewenberg, 30° heiß und schwach; auf Omapjun 61° heiß, schwach und schwefelig; auf Omburo heiß und schwefelig; auf Otjozondjupa (Waterberg) sehr stark und kalt; auf Otavi stark und kalt; auf Otjivanda tjongue (Grootfontein) sehr stark und kalt; auf Gobabis stark, teils kalt und teils warm.
Von großer Bedeutung für die Viehzucht sind endlich noch eine ganze Menge vom Regen abhängige Wasserstellen im Lande. Es sind die schon erwähnten Teiche, Erindi, Omarindi und Otuindjo, Plur. Ich kenne deren an 40, von denen die viele in guten Regenjahren ihr Wasser bis in den Oktober hinein halten. Es sind beckenartige Bodensenkungen, deren Untergrund Kalksteingebilde ist, in denen sich das Wasser sammelt. Jede dieser oniLi'insti hat ihren Namen. Die Otuindjo (Sing.: Oruindjo) finden sich nur in den zahlreichen Tälern mit Lehmboden. Es sind vom Regenwasser ausgewühlte, oft 30 in lange und 2—3 in tiefe Wasserbehälter. Eine andere Arr Wasserlachen sind die Ozondata und Omisema, die sich in trockenen Flußbetten finden und wie diese selbst bald austrocknen.
ifiatcr Ndorgana.
Hereroland ist auch ein Land der Fata Morgana. Gleich beim Betreten des Festlandes, auf der kahlen, baumlosen Sandfläche der Walfischbai
Jrle, Die Herero. 2