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Zweites Capitel.
Grenzen unä GOäenbeschaffenheit 6es
lucrn6es.
Das Hereroland, welches man bei der Ankunft in Swakopmnnd oder Walfischbai betritt, stößt im Norden an das Ovambo-, im Süden an Groß- namaland und wird nordöstlich durch den Okavangofluß, im Westen durch den Atlantischen Ozean begrenzt. Das eigentliche, jetzt noch den Ovaherero
belassene Gebiet beträgt etwa 154000 cfstm. Das übrige Land, etwa so groß wie Deutschland, ist in weiße Hände übergegangen. Ich muß hier gleich im Gegensatz zu Dr. Schinz anführen, daß die Ovaherero ihr Land nie „Ouherero" sondern Ehi-rovaherero nennen. Onherero heißt: Hererotum, Hereroart und -weise, ähnlich wie wir von Deutschtum sprechen.
Kommt man von der Meeresseite her, so hat man zunächst keinen erfreulichen Anblick. Ein etwa 70 km breiter Sandgürtel schließt das Innere des Landes nach dem Meere zu durch riesige Sanddünen und Sandberge ab. Nur die Naras — eine Melonenart — beranken zur Blütezeit diese Hügel; sonst wächst hier weder Gras noch Kraut. Ähnlich trostlos ist ja der ganze Küstenstrich von Südwestafrika, der sich vom Oranjesluß bis zum Kunenefluß in einer Länge von etwa 1400 kin von Süden nach Norden erstreckt. Diese Gegend ist darum auch fast alles tierischen Lebens bar; die Eingeborenen sagen: „Hier muß selbst eine Schildkröte verhungern." Sogar der Vetter von
.-NAH
Im Hafen von rwakopmund