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Die Herero : ein Beitrag zur Landes-, Volks- und Missionskunde / von J. Irle
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Ausläufern, die Onjatibcrge und die diesen vorgelagerten Otjozonjatiberge. Die Wasser links von dieser Scheide gehören zu dein Flußgebiet des Swakop, die rechts zu dein des Nosob. Im Norden scheiden das Flußgebiet des Swakop von dem des Omnramba Omatako die mehr von Westen nach Osten ziehenden Otjiamangoinbebcrge, die noch eine Fortsetzung in den Okongava- bergen haben.

ifllüsse.

Es sei gleich im voraus bemerkt, daß es nichtvier Haupt-Omiramba", sondern fünf Hauptflüsse des Hererolaudes gibt: deu Kuisib, Swakop, Oma- ruru, den Omuramba Omatako und den Nosob. Die ersten drei senden ihre Wasser dem Atlantischen, die andern zwei dem Indischen Ozean zn. Der Swakop ist der größte und bedeutendste periodische Regenfluß des Landes. In den Bergen von Otjozonjati und Ekoara, zwei Tagereisen östlich von Otjosazu, nimmt er seinen Anfang. In einem engen Tal zwingt er sich zwischen hohen Bergen bei Otjimise durch, fließt aber schon bei Otjitarazu bis hinunter nach Okarupa in einer breiteren Sohle durch Kameeldornwald, und zwar bis Otjikune nach Norden; hier wendet er sich im Bogen westlich durch das Berggelände von Ondrohungn, Okahandja, Osona, Otjikango, Otjimbingue hinunter zum Meer. In seinem etwa 700 km langen Laufe hat er sehr starkes Gefälle, besonders von Otjikango abwärts; während der Unterlauf bis Rhiet meist flache Ufer ausweist, windet er sich von da ab bis Haigamchab durch hohe Felsen. In den breiteren Strecken seines Weges, wie bei Oviombo, Osona, Otjikango, Otjimbingue, Anawud, Horebis, Dieptal, Salem, hat er infolge der ihn durchquerenden Felsenbänke Quellen, reichliches Gartenland an seinen Ufern und Weizenland in seinem Bette. In der trockenen Jahreszeit kann man sein Sandbett überall durchschreiten, und manche Reisende tun dies, ohne es zu wissen. Der Swakop ist eben, wie alle seine Brüder in Südwest­afrika, ein nur zeitweilig fließender Fluß, der nur in guten Regenjahren wie 1874, 1881, 1891, 1904 seine lehmigen Gewässer zum größten Staunen der Bewohner von Swakopmnnd bis zur See hinunterbringt. Dann freilich kann derselbe Fluß, der in den meisten Jahren schon in der Hälfte seines Laufes im Sande versiegt und oft genug drei Jahre nacheinander nicht einmal Otjimbingue erreicht, mit rasender Geschwindigkeit herabstürzen und, wie im Flutjahre 1874, die gewaltige Strecke von Otjosazu bis an den ebengenannten Ort in kaum 12 Stunden durcheilen.

Erwähnung verdient auch sein Nebenfluß von der rechten Seite, der Khan, der von der Wasserscheide zwischen Omaruru und Okahandja bei Okambuindja herabkommeud, in südwestlichem Lauf bei Haigamchab in den Swakop mündet. Trotz seiner Länge bietet er gar wenig Garten- und kein Weizenland an seinen Ufern und weist auch nur unbedeutende Quellen auf.