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aber oft schon nach vier Wochen sprießt durch die Bodenfeuchtigkeit 5—6 ein langes neues grünes Gras auf, in dem große Herden von Rindern, Schafen und Ziegen in der Sommerzeit reichlich Nahrung finden und fett werden. So ist die Omaheke eines der besten Weidefelder der Herero. Sobald die Regenzeit kommt, sammelt sich das Wasser in großen Rinnen und Teichen von 500 bis 1000 Schritt Umfang und 1's in Tiefe. Es ist oftmals ganz klar, häufig aber auch von den trinkenden Herden verunreinigt und zu schlammigem Morast zerstampft. In früherer Zeit, bis 1870, die Heimat der Elefanten, Antilopen, Löwen, Tiger und Strauße, bildet die Omaheke jetzt den Aufenthaltsort der Uhus und Feldteufel. Die Herero nennen sie darum auch ouA-kinuZ-o, Wüste, oder onAnrunAUSö, d. h. Kahlheit, wo man das Gruseln kriegt.
Das Flußgebiet.
Kehren wir aus dem Sandfelde nach Südwesten und Süden zurück, so betreten wir einen andern Teil des Landes, das Gebiet der Flüsse. Natürlich bleibt der bergige Charakter auch hier vorherrschend, da — wie gesagt — Hereroland im wesentlichen Hochland ist. Zwischen seinen Bergen liegen hier große Talkessel eingeschlossen, von zahlreichen Flnßrinnen durchschnitten und mit reichlichem Graswuchs bedeckt. In der Regenzeit werden diese Rinnen und Täler nicht selten zu reißenden Gewässern und gewaltigen Wasserbecken, deren Durchquerung selbst für Wagen nicht ungefährlich ist. Denn diese sinken bis an die Achse in den tiefen Schlamm ein, und man braucht oft Tage, ja Wochen dazu, um wieder heraus zu kommen. Missionar Eich z. B. saß im Jahre 1891 vierzehn Tage lang mit seinem Wagen in solchem Morast fest. So ist's im Omuramba Omatako im Nordosten, so im Omuramba Epukiro und in dem des schwarzen Nosob. Omuramba ist nicht, wie oft fälschlich gesagt, Flußbett, sondern Tal, in dem ein trockenes Flußbett liegt.
Während die Flußrinnen das ganze übrige Jahr trocken sind, können sie zur Regenzeit bei Hellem Sonnenschein zu reißenden Strömen werden, die in haushohen Wellen Herabkommen und alles mit sich fortreißen, was in ihren Laus kommt. Mit furchtbarer Gewalt bilden sie oft ganz neue Wasserläufe mit starken Strömungen, die ein Durchführen oder Überschreiten völlig unmöglich machen; denn außer den für die Eisenbahn geschlagenen Brücken gibt es keine anderen. Ebenso schnell freilich, wie solche Flüsse entstehen und wachsen, ebenso rasch fallen und verlaufen sie wieder; schon wenige Tage hernach kann man trockenen Fußes durch ihr Bett gehen.
Wasserscheiden.
Der Lauf dieser Flußrinnen richtet sich im allgemeinen nach den vorhandenen Wasserscheiden. Die eine von diesen bildet in der Richtung von Süden nach Norden das Anasgebirge mit seinen nach Norden streichenden