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Handel anerkannt ist, vermag hier endlich einmal Wandel zu schaffen.
Hinsichtlich der Wiederbestockung irgendwelche Vorschriften zu erlassen, erachte ich im Hinblick auf die außerordentliche Regenerationsfähigkeit des hiesigen Waldes zunächst für unnötig, es sei denn, daß man die entstandenen größeren Kahlflächen versuchsweise mit bestimmten Holzarten, oder aber, was für den Monda-Küstenwald wenigstens sicher aussichtsvoll wäre, mit ö 1 - p a 1 m e n wiederbestocken will.
So günstig ich — eine glückliche Lösung der I .andungsfragen vorausgesetzt — im allgemeinen das Monda-Gebiet für den Holzexport beurteile, so wenig aussichtsvoll erscheint mir von vornherein jedes Unternehmen, das nicht über genügendes Kapital verfügt, um wirklich großzügig arbeiten zu können. — Mit einigen Hunderttausend Mark ist hier nicht gedient. Die Errichtung eines Sägewerkes, Beschaffung von Segelschiffen, eventuell Dampfern, Bahn- und Wasserbauten usw. erfordern voraussichtlich Millionen. Kann mit derartigen Mitteln nicht gearbeitet werden, so erachte ich ein Großunternehmen für nicht lebensfähig. Für das Monda-Gebiet gilt dasselbe wie für alle Holzunternehmungen des „Auslandes“: nur das Millionenwerk kann bestehen, oder der mit ganz geringen Auslagen arbeitende Kleinbetrieb. Ein Mittelding gibt es nicht.
Mit dem Walde und der Möglichkeit seiner Nutzung sinkt und steigt der Wert des ganzen Muni-Bezirkes. Bei seinem großen Reichtum an begehrten Nutzhölzern und den zum Teil außerordentlich günstigen Bringungsverhältnissen ist es durchaus nicht ausgeschlossen, daß der Muni-Bezirk vielleicht noch ein besonders schätzenswerter Teil unserer Neuerwerbungen wird.
3. Die Arbeiterverhältnisse.
Wie bereits erwähnt, ist der Pangwe trotz seiner sonstigen Trägheit und Arbeitsscheu zur Waldarbeit zu haben. Er ist ein außerordentlich gewandter Holzfäller, der mit seinen primitiven Werkzeugen Erstaunliches leistet, versteht auch den Transport der Blöcher zu Land und zu Wasser in einer Weise, daß er hier von dem Europäer nur mehr wenig lernen kann. Kurz und gut, der Pangwe ist zur Holzarbeit im Akkord vorzüglich zu gebrauchen und z. Zt. auch noch mit Bezahlung durchaus nicht verwöhnt, so daß er einen billigen und leistungsfähigen Waldarbeiter abgeben könnte. Den Pangwe zur Arbeit heranzuziehen, ist, wenn durch Anlage von Buschfaktoreien er allmählich Bedürfnisse kennen lernt, nach den bisherigen Erfahrungen nicht
allzu schwer. Es bleibt nur die Frage zu lösen, ob es überhaupt möglich ist, mit den verfügbaren Arbeitskräften das jährliche Fällungsquantum von 80000 bis 100000 fm zu liefern.
Bei Unterstellung einer Bevölkerungsziffer von 6000 bis 8000 Köpfen in dem zunächst für den Angriff in Betracht kommenden Waldgebiete könnten höchstens 1 ) 1500 bis 2000 Männer für die Waldarbeit gewonnen werden. Auf den Kopf würden also jährlich lediglich 40 bis 50 cbm kommen, was einschließlich Transport leicht geleistet werden könnte. Tn der Praxis aber wird sich wohl sehr oft zeigen, daß der einzelne mit der Arbeit dann aufhört, wenn er soviel erworben hat, als er für seine kleinen Bedürfnisse benötigt, was — wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt — meist schon mit der Lieferung von zwei bis drei Blöchern (im Durchschnitt also vielleicht 10 cbm) der Fall ist. Dies Verhältnis wird sich ja mit der Zeit, wenn der Pangwe sich auch einmal an größere Bedürfnisse und bessere Lebensführung gewöhnt hat, ändern, zunächst aber wird man die volle Ausnützung der Ertragsmöglichkeit der Waldungen mit der zu erwartenden Arbeitsleistung der noch ansässigen Bevölkerung 2 ) bei weitem nicht erreichen. Ein sich im Muni-Bezirke eventuell etablierendes Groß-Holz- unternehmen müßte demnach unter allen Umständen mit Einfuhr fremder Arbeiter rechnen, vor allem schon aus dem Grunde, um bei der Unzuverlässigkeit der Pangwe nicht alle Augenblicke im Betriebe gestört zu sein.
III. Die politischen Verhältnisse.
Obwohl der heutige deutsche Muni - Bezirk- schön mehr als ein Jahrzehnt von den Franzosen in tatsächliche Verwaltung genommen und zeitweise mit fünf weißen Beamten besetzt war, 3 ) denen zur Unterstützung eine Polizeimannschaft von mindestens 50 Mann zu Verfügung stand, ist ein durchschlagender Erfolg der Verwaltungstätigkeit nicht erzielt worden. Eine große Anzahl von Dörfern im Innern haben erst seit der kurzen deutschen Herrschaft einen Weißen zu Gesicht bekommen, von irgendwelcher Autorität der Verwaltung war im
') 5 : 1 wird vermutlich das Verhältnis der Bevölkerungsziffer zum arbeitsfähigen Manne besser treffen als das angeführte Verhältnis von 4:1.
2 ) Es ist wohl auch zu erwarten, daß ein Teil der seit etwa Jahresfrist ständig abwandernden Bevölkerung wieder zurückkommen wird und dadurch das Arbeitsangebot ein günstigeres wird.
3 ) Sitz der Verwaltung war Ekododo, das durch eine Überlandlinie telegraphisch mit Libreville, dem Sitz des Lieutnant-Gouverneur, verbunden war.