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1 (1914) Landeskundlicher Teil
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Wildschutz.

Bei dem geringen Wildstande des Muni-Gebie­tes einerseits, sowie bei den großen Schwierigkeiten, in den unermeßlichen Waldungen das Wild bis zur Vernichtung derart zu verfolgen, bedarf es irgend­welcher besonderer Wildschutzmaßnahmen nicht Sollte es möglich sein, das für Alt-Kamerun geltende Gorilla-Verbot auch bei den Pangwe möglichst bald zur Geltung zu bringen, so kann vielleicht der ge­ringe Rest dieser großen Affen noch erhalten wer­den. Ob jedoch die bei strenger Durchführung dieses Verbotes z. Zt. noch zu erwartenden Schwie­rigkeiten im Verhältnisse zu dem besten Falles zu erhoffenden Resultate stehen, ist eine andere Frage.

II. Die wirtschaftlichen Verhältnisse.

1. Die Verkehrsverhältnisse.

Es wird wohl nicht viel Gebiete in unseren Kolonien geben, welche so außerordentlich günstige natürliche Verkehrsmittel haben wie ein großer Teil des Muni-Bezirkes. Nicht nur das alsMuni-Noja bezeichnete Zentralgebiet zeigt infolge seiner weit ins Innere schiffbaren Flüsse, seiner weitverzweig­ten, meist im Flutgebiet gelegenen Wasseradern, seiner vorzüglichen, für 8000 bis 10000 tonnige Schiffe noch geeigneten Ankerplätze ungewöhnlich glückliche Verhältnisse, sondern auch das reiche Monda-Gebiet; dieses freilich nur unter der Vor­aussetzung, daß auch hier eine einwandfreie, gut­gelegene Ankerstelle gefunden wird, was nach den eingezogenen Erkundungen außer Zweifel zu sein scheint. 1 ) Lediglich das Hinterland desMbei- Komo-Abanga-Gebiets ist z. Zt. noch vom Ver­kehr so gut wie ausgeschaltet und wird es auch so lange bleiben, bis es durch einen Schienenstrang er­schlossen wird. Wege und Trägerpfade kommen, da die wirtschaftliche Zukunft des Muni-Bezirkes so ziemlich ausschließlich in seinem Holzexport be­ruht, worauf noch des näheren eingegangen werden wird, in der Hauptsache wohl nur mehr für den Personenverkehr in Betracht.

Wenn nun trotz der so günstig beurteilten' j natürlichen Verkehrsverhältnisse für die Er- j Schließung des Landes bisher so wenig geschehen j ist und eigentlich nur eine Linie, 2 ) und diese nicht j immer jeden Monat regelmäßig hier anlief, so lag J dies wohl zum guten Teil daran, daß bisher so gut ! wie nichts zur Förderung des Handels getan wurde , und die wenigen hier ansässigen Firmen mit einer j Ausnahme schlecht vertreten waren. Darin ist in !

] ) Südlich des Mondaberges, der Ongam-Mündung gegenüber.

2 ) Woermann.

der kurzen Zeit seit der Übernahme schon eine be­deutende Wandlung zum Besseren eingetreten, neue leistungsfähige Firmen haben sich niedergelassen, weitere werden vermutlich in allernächster Zeit folgen, und damit wird von selbst eine regere Schiffs­verbindung einsetzen, namentlich, wenn durch ent­sprechende Betonnung und Befeuerung das vorzüg­liche Fahrwasser gefahrlos und besser ausgenützt werden kann als bisher.

2. Die Ausfuhrprodukte des Landes. Ergebnisse der forstlichen Erkundung.

Für die Ausfuhr und nur diese soll zunächst behandelt werden kommt, wie bereits mehrfach erwähnt, für die nächste Zukunft schon in erster Linie und für spätere Zeiten vielleicht überhaupt ausschließlich, das Holz in Betracht.

Der Kautschuk, der anfangs überwiegend die Ausfuhr deckte, wurde allmählich mehr und mehr von dem Holze verdrängt, ist. nach übereinstimmen­dem PIrteil der schwarzen Händler schon sehr be­deutend im Abnehmen begriffen und wird sich wohl, da eine unrationelle, die einzelnen Individuen ver­nichtende Art der Saftgewinnung getrieben wurde, nie mehr erholen. Zudem wird der Muni-Kautschuk durchschnittlich schlecht bewertet, was vielleicht an der Qualität der Pflanzen (Lianen), vielleicht aber auch in unsauberer Aufbereitung und unzu­lässigen Beimischungen von seiten der Eingebore­nen gelegen sein mag. Die Folge davon ist, daß alle Firmen bereits beginnen, das Schwergewicht auf das Holzgeschäft zu verlegen, und damit sicherlich auf ihre Kosten kommen werden.

Der deutsche Muni-Bezirk ist reich durch seinen Wald, aber auch nur durch seinen Wald. Dieser beherrscht alles, erstickt aber auch alles andere, so daß zur Zeit wenigstens noch der wirt­schaftliche Wert des Bezirkes nichts anderes ist als sein Waldwert.

Der Wald allein kommt für die nächste Zukunft bei Unternehmungen größeren Stils in Betracht, wie er auch schon bisher nahezu ausschließlich den immerhin nicht unbedeutenden Export des Bezirkes gedeckt hat. Holz und Kautschuk waren bis jetzt die weitaus wichtigsten Ausfuhrartikel. Für die Zukunft wird wohl, da der Jahrzehnte lang getrie­bene Raubbau die Kautschukvorräte 1 ) bereits merk­lich gelichtet hat, das Holz noch mehr als bisher die Ausfuhr beherrschen. Der Wald als Nutzholz­lieferant stellt für den Muni-Bezirk das wirtschaft­liche Schwergewicht dar. Die forstlichen Neben­produkte können wohl die Rentabilität eines Unter-

*) Hauptsächlich Lianen, Kickxien nur wenig vorhanden.

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