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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
Entstehung
Seite
347
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ganze Zug strömte durch das Tor herein. Zur rechten Seite stellten sich die Männer, zur linken die Frauen auf und bildeten einen mächtigen, dicht gedrängt stehenden Kreis. Nach kurzem Dankgebet schlössen wir mit ..,Nun danket alle Gott' und fröh­lichem Gute Nacht-Gruß.

Dann eilte alles seinem Heim zu. Wieviel gab es noch auf dem Wege zu erzählen über die Erlebnisse des Nachmittags. Da hörte mam jemand sagen: ,Heute war's aber schön!* und eine andere Stimme antwortete: ,Ja, fast wie an Weihnachten.*

Montag früh trugen einige Mädchen im Triumph die nied­lichen Bänke in die neue Schule. Fast alle waren sogleich mit sechzig bis siebzig kleinen Afrikanern besetzt. Möge die Schar von Tag zu Tag wachsen und den guten Samen in viele Hütten hineintragen, daß er viele Frucht bringe!"

8. Eine christliche Hochzeit.

n) Bcrlobnngsgebräuche.

Die heidnische Eweerin wird in frühester Jugend von ihrem Vater dem Manne versprochen, der für die entsprechenden Ge­schenke und Arbeitsleistungen Sicherheit gewährt. Die Kinder­verlobungen hören unter den Christen im Ewelande auf, aber dennoch werden die Mädchen früh verlobt, meistens mit vierzehn bis sechzehn Jahren. Ich hatte im Jahre 1W4 in Keta vier Bräute unter den Schülerinnen der Oberklasse. Die frühe Verlobung schließt aber eine ebenso frühe Verheiratung nicht ein, diese erfolgt erst einige Jahre später. Während unter den früheren Verhältnissen das Mädchen, wenn es anfing, sich mit Verständnis im Leben umzuschauen, den ihm schon vom Vater bestimmten Mann als den kennen lernte, den das Schicksal ihm unweigerlich zugewiesen, darf es jetzt in dieser nächtigen Zukunftsfrage selbst entscheiden. Es kommt häufig vor, daß eine von den beiderseitigen Eltern gewünschte Heirat nicht zu­stande kommt, weil das Mädchen den in Frage stehenden Mann nicht will. Andererseits habe ich auch erlebt, daß ein christliches Mädchen von ihrem heidnischen Vater die Erlaubnis zur Ver­lobung nicht erhielt, weil zwischen ihm und der Familie des Bewerbers eine langjährige Feindschaft bestand. Bevorzugt werden auch von den meisten christlichen Eltern solche Heiraten, die in der Familie bleiben. Durch die Polygamie gab es Familien von so weiter Ausdehnung, daß eine Heirat zwischen