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empfangen, als plötzlich die Nachricht kam, er komme erst am Nachmittag. Mit traurigen Gesichtern setzten unsere schön geschmückten kleinen Afrikanerinnen sich wieder auf die Schulbänke. Endlich nachmittags gegen vier Uhr erschien der Langerwartete zu Pferde. Er wurde mit lautem „Hurra!" begrüßt, zwei weißgekleidete Mädchen, mit Kränzen der Granatenblüte im schwarzen Haar, überreichten ihm Blumen, der Posaunenchor blies, und alle sangen: „Ooä 8nv6 tUe Iviii^ !" Am nächsten Tage besuchte der Gouverneur unsere Schule. Wir führten ihm alle Klassen vor. Bei einem Gespräch mit dem Gouverneur konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, daß er auch für Arbeitsgebiete, die ihm fernliegen, Einsicht und Verständnis hat. Er sagte z. B., daß ihm bei unseren Mädchen ihre vorteilhafte Erscheinung aufgefallen sei. „Ew. Exzellenz," antwortete ich, „das kommt daher, weil wir immer wieder von ihnen verlangen, die viel kleidsamere Landestracht beizubehalten und nicht der Vorliebe der Küstenbewohner für europäische Kleidung nachzugeben." Dann fragte er, ob wir nach ihrem Schulaustritt Einflüß über die Mädchen behielten. Ich erzählte ihm von unserem Iung- frauenverein und seinen Gesetzen. - Er fragte mich eingehend danach. Unsere Schullisten und das in Englisch geführte Schul- tagebnch hatte er aufs genaueste eingesehen und fragte nach Einzelheiten."
Am 24. April 1904 kam der Gouverneur der Gvldküste, Sir Rodger, von Aecra nach Keta. Am 26. April inspizierte er die Mädchenschule. Die Häschenhüpfkinder wurden ihm zuerst vorgeführt. Sie gefielen ihm so gilt, daß er ihnen mit dem lebhaftesten Interesse bei ihren Spielen zusah. Er konnte sich gar nicht trennen, und sein Privatsekretär mußte ihn erst an die Flüchtigkeit der Zeit erinnern. Er schrieb unter anderem in das Schnltagebuch: „Der Plan für den Unterricht in der Kleinkinderschule ist ausgezeichnet und wohl dazu angetan, Körper und Geist der Kinder zur Entwicklung zu bringen."
ck) Deutscher Fnrstenüesnch in Lome.
Im Jahre 1907 weilten der Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenbnrg-Schwerin und der Erb- großherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Stre- litz, von Kamerun kommend, zwei Tage in Togo lind besichtigten bei dieser Gelegenheit die Mädchenschule in Lome. Der damalige Gouverneur von Togo, Graf Zech, hatte angeordnet, wir möchten die Herrschaften im Freien empfangen.