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um sich das Schauspiel anzusehen. Ich mußte dann meinen Unterricht unterbrechen, um erst wieder Ruhe herzustellen.
So wurde das Amt einer anderen Gehilfin übertragen. Sie hat es vierundeinhalbes Jahr in Treue verwaltet. Die Ordnung war zwar musterhaft bei ihr, aber sie schwang den Stab „Wehe" etwas reichlich. Auch sie verließ die Arbeit, um sich zu verheiraten. Für den Unterricht bei den Kleinsten gewannen einige der Gehilfinnen eine große Geschicklichkeit, in der Mädchenschule hatten sie mehr Schwierigkeiten. Da ließen sie gar zu gern mechanisches Auswendiglernen an die Stelle gründlicher Erklärung treten. Das war eine Sache, mit der man immer wieder zu kämpfen hatte. Eines Tages kam ich unvermutet in die Unterklasse, als es noch nicht halb zehn geschlagen hatte. Es war biblische Geschichtsstunde. Von Joseph und seinen Brüdern sollte die Rede sein. Die schöne Geschichte war fertig erzählt, die Gehilfin saß gemütlich auf einem Stuhle, und ein Kind nach dem anderen mußte das erste Gebot hersagen. Das war gegen alle Verabredung. Ich ließ aber der Sache zunächst ihren Lauf, um die Lehrerin nicht vor den Kindern zu beschämen. Dann fing ich an, ihnen zu erklären, was es heißt: „Ich bin der Herr, dein Gott." Was für Augen machten diese Naturkinder. Das gefiel ihnen offenbar besser als Auswendiglernen.
e) Henrictte Sedode.
Bei solchen Schwierigkeiten freuten wir uns um so mehr, daß unter den ersten Gehilfinnen auch solche waren, die zu brauchbaren Lehrerinnen ausgebildet werden konnten. Neben Mercy Baöta wurde die etwas später eintretende Henriette Sedode, die Tochter von Christian und Julia Sedode, eine tüchtige Hilfe. Sie ist vom 10. Februar 1896 bis 10. Februar 1906 mit einem Jahre Unterbrechung an der Mädchenschule in Keta tätig gewesen. Die im Jahre 1894 gegründete Schule erhielt schon 1895 neben Merey eine zweite Gehilfin für die Unterklasse. Da diese sich aber für die Schularbeit nicht brauchbar erwies, trat Henriette an ihre Stelle und übernahm die neugegründete dritte Klasse. Gerade dieser wichtigste Teil der Schule, die Anfänger und Abcschützen, waren bei Henriette in den denkbar besten Händen. Ihr freier, offener Blick, ihr fröhliches, kindliches Wesen gewannen ihr die Herzen der Kinder im Umsehen. Die stattliche, majestätische Gestalt der Fünfzehnjährigen, ihre ruhige Art, ihre Strenge, mit Liebe und Gerechtigkeit gepaart, sicherten