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Nachmittags widmet sie sich besonders den Mädchen. Wieviel Gutes und Nützliches versteht sie beim Nähnnterricht ihren Mädchen beizubringen. Seit Anfang dieses Jahres hilft Merey Baötas Nichte, Minna Van Lare, getreulich bei der Arbeit mit."
Die Anstellung der zweiten Gehilfin zeigt, daß die Arbeit im fröhlichen Wachsen ist. Es ist ein seltenes Gluck, daß auf diese Weise unsere älteste Lehrgehilfin bis heute im Dienste ist. Gott segne sie!
I)) Anna Tete.
Unter denen, die in der Anfangszeit in Keta arbeiteten, nimmt auch Anna Tete einen hervorragenden Platz ein. Sie war eins von den acht Mädchen, die am 17. Mai 1890 im Diakonissenhause aufgenommen wurden. Außer einem mächtigen Trotz, der sich wohl dazu verstieg, bei einer aufgetragenen Arbeit zu sagen: „Nein, das tue ich nicht," brachte sie schon als Kind ihrer Erziehung viele gute Eigenschaften entgegen. Vor allen Dingen zeichnete sie sich durch eine peinliche Ordnungsliebe aus. Wenn am Sonnabend jedes Kind sein Kistchen bringen mußte, das sein kleines Besitztum enthielt, waren in den meisten endlose Knäuel und Zwirnfäden zu entwirren, während Annas immer in tadelloser Ordnung war. Wo Ordnung ist, ist meistens auch Zuverlässigkeit. Auch diese fand sich bei Anna. Man konnte sich daraus verlassen, daß sie eine ihr aufgetragene Arbeit nach bestem Wissen ausführte. Sie hatte die Knabenschule besucht, wie alle Mädchen damals, wurde aber ihrer geringen Fortschritte halber aus dieser entlassen.
Trotzdem stellten wir sie im Jahre 1895, kaum fünfzehnjährig, in der Kleinkinderschule an. „An Ruts Stelle ist Anna Tete als Lehrerin bei den Kleinen eingetreten," heißt es in eineni Berichte über sie. „Sie war in ihrer Klasse das einzige Mädchen, so fanden wir es für sie heilsamer, sie ganz bei uns im Hause zu haben. Sie ist etwa gleichalterig mit Merey und Käte und soll mit diesen beiden zusammen konfirmiert werden. Sie hat uns immer durch ihr aufrichtiges, reines Wesen erfreut, das allerdings dann und wann durch einen großen Trotz gestört wird. Im engeren Zusammenleben können wir nun diesen! Feinde besser beikommen. Er weicht mehr und mehr, und Anna entwickelt sich zu unserer Freude zu einer lieben, freundlichen Gehilfin unserer Arbeit. Sie hat nicht so viel in der Schule gelernt, als wünschenswert ist; aber wir haben uns in unserer Anfangsarbeit mit geringen Ansprüchen genügen zu lassen.