137
geworden sind. Aber ohne Frage wird der in seinem Sinne geführten Arbeit der Erfolg nicht ausbleiben. Im Jahre 1899 nach sechsjährigem Bestehen der Anstalt gibt Frau Knüsli folgenden Neberblick über die Zöglinge: „Ich sah in diesen Tagen die Liste unserer Hanskinder durch. Es sind seit dem Beginn der Anstalt fünfnndsiebenzig Mädchen ausgenommen worden. Bon diesen finden sich sechsundzwanzig gegenwärtig in der Anstalt. Von den früheren Zöglingen sind drei gestochen, zwei am Aussatz erkrankt. Sechs gerieten auf Sündenwege zum Teil unter tieftranrigen Verhältnissen; zwei von ihnen haben wieder die Aufnahme in die Gemeinde begehrt und sind nun rechtlich getraut. Im ganzen sind elf frühere Schülerinnen verheiratet, darunter drei mit Lehrern, zwei mit Schreinern, sechs mit einfachen Bauern, von denen aber zwei früher die Mittelschule besuchten. Verlobt sind, soweit mir bekannt, fünf frühere Anstaltsmädchen und drei, welche jetzt in unserem Hause sind. Im Dienste bei Missionsfrauen stehen vier, von denen ich Gutes höre. In unserem Hause sind drei als Gehilfinnen; zwei von ihnen machen uns Freude, mit der Dritten müssen wir viel Geduld haben. Der Same des göttlichen Wortes ist allen ins Herz gelegt. Hier und da sind Dornen und Disteln mit aufgewuchert, aber an anderen Stellen dürfen nur glauben, er sei in ein gutes Land gefallen."
III. Korne.
1. Die Entwicklung Lomes.
Als ich im Jahre 1889 nach Keta kam, war Lome ein kleines, unbedeutendes Fischerdorf. Damals war die Küste von Anecho bis Lome, in einer Länge von ungefähr zweiundfünfzig Kilometern, seit fünf Jahren unter deutsche Schntzherrschaft gestellt. Erst nachdem der Sitz der Regierung im Jahre 1897 von Sebbe bei Anecho nach Lome verlegt und dieses dadurch zur Landeshauptstadt erhoben wurde, begann für Lome eine Zeit mächtigen Aufblühens, die es seiner heutigen Größe und Ausdehnung entgegenführte. Heute ist Lome eine Stadt von ungefähr sieben- bis achttausend Einwohnern. Im Westen erstreckte sich die eiserne Landnngsbrücke, die 1911 zerstört wurde, aber erneuert werden wird, über die tosende Brandung weit ins