113
Eindruck auf ihr Herz als die Leidensgeschichte. „O, O, O, O, O, O, O!" kam es als Allsdruck höchster Verwunderung wohl von ihren Lippen, oder lnan sah eine stille Träne in ihren Augen. Sie waren tief ergriffen. Es waren gar nicht mehr die sonst so stumpfen und gleichgültigen Frauen. „Warum hast dll mich nicht früher gerufen?" sagte mir eine beim Nachhause- gehen ganz vorwurfsvoll, „wie viele Jahre sind vergangen, in denen ich nichts von Jesus gehört."
Bis heute lieben die Frauen den Sonntag nachmittag besonders, und auch die, welche in der Woche durch ihre Arbeit zurückgehalten sind, am Lese- lind Singnnterricht teilzunehmen, am Sonntag kommen sie.
II. Ko.
1. Die Gründung der Mädchenanstalt.
Als ich im Jahre 1890 die Station Ho auf meiner Reise nach Amedzowe zum erstenmal erblickte, war ich von Staunen und Bewunderung erfüllt. Drei Tage war ich durch ein ödes Land gereist, das, mit Busch und Fächerpalmen bestanden, nur in seinem letzten Teile durch einzelne hohe Bäume, die sich aus dem Busch erheben, dem Auge etwas Abwechslung bot. Nirgends gepflegte Acker, nirgends angebautes Land. Da plötzlich, wie eine Oase in der Wüste, liegt die Missionsstation Ho vor dem erstaunten Blicke ausgebreitet. In regelmäßiger Anordnung sieht man drei Eurvpäerhüuser, von denen eins an seinen bunten, mit Spitzbogen versehenen Glasfenstern die Kapelle erkennen läßt. Schön gepflegte Wege teilen das Gelände. Palmen, Eukalypten, Mango- und Apfelsinenbünme zeugen von dem Fleiß der Stationsbewvhner. Eine Allee von Ananas- pflanzen und kleinen Mangobäumen führt nach der Schule und den Lehrerhäusern. In den mit Fleiß bebauten Gürten grüßen uns Rosen und andere heimatliche Blumen neben Kohl, Kohlrabi und Bohnenstauden. Ein Gefühl von Hochachtung gegen die Missionare, die diese herrliche Knlturanlage in der Einöde geschaffen, erfüllt uns.
Wer sich mit Liebe in die Geschichte der Mädchenanstatt in Ho vertieft, den überkommt ein ähnliches Gefühl. Auch diese mit so großer Liebe begonnene und fortgeführte Arbeit an dem