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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
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neu'." Frau Knüsli pflegte zu sagen:Wir haben es nicht mit erzogenen, sondern mit unerzogenen Kindern zu tun, deren Er­ziehung gerade unsere Arbeit ist; darum darf uns das Ermähnen und Zurechtweisen nie zuviel werden." lind es wurde ihr nie zuviel.Gilt es auch täglich, den ermüdenden Kamps gegen Unordnung, Nachlässigkeit, Bequemlichkeit aufzunehmen," sagt sie an anderer Stelle,so lehrt ein Blick auf die Verhältnisse, unter denen die Mädchen aufwachsen, Mitleid und Geduld haben mit ihren Müngeln. Jeder kleine Zug, der ein sich öffnendes Auge, eine selbständige Betütigung zeigt, wird mit um so herzlicherer Freude als ein Hoffnnngslichtschein für spätere, bessere Zeiten begrüßt."

Ein Ereignis war in der Anstalt beim Beginn des neuen Schulhalbjahres die Ankunft der Mädchen in Ho und am Ende desselben ihre Reise in die Heimat, wenn's in die Ferien ging. Schon lange, ehe der ersehnte Tag der Abreise kam, jubelten sie und sangen in eigener Melodie:Wenn der Mond voll ist, dürfen wir nach Hause." Am letzten Abend hatten alle ihre Bündel gepackt, die wohlgeordnet in Reih und Glied auf Tischen und Bänken lagen, der lange Wanderstab neben einem jeden. Es erinnerte an den Auszug der Kinder Israel. Zu der Frühe des Morgens sollte aufgebrochen werden, um einen möglichst großen Vorsprung vor der Sonne zu gewinnen. Nach Schluß der Ferien trafen dann die Häuflein von allen Seiten mit frohen Begrüßungen wieder ein zu neuer, fröhlicher Arbeit.

2. Die Kapellenivohnrrng.

Die Mädchenanstalt war zuuächst in einem der vorhandenen Missionshäuser, das zeitweise leer stand, untergebracht. Aber dieses mußte nicht nur wieder anderweitige Verwendung finden, sondern auch die Mädchenanstalt entbehrte zweckentsprechende Räume. Ueber der im Jahre 1890 vollendeten neuen Kapelle in Ho war eine Wohnung, die man durch Errichtung eines Nebenhanses für die Mädchenanstalt herzurichten beschloß. Im November 1898 war letzteres fertiggestellt, und man konnte in das neue Heim übersiedeln. Frau Knüsli beschreibt die Ka- pellenwohnung in einem Briese vom März 1899 wie folgt: Vier Monate sind wir nun in den neuen Räumen, und sie werden uns immer heimischer und lieber. Die Zimmer sind ein wenig niedriger als in den andern Häusern, haben aber etwas Gemütliches. Die Temperatur sinkt nachts gewöhnlich