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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
Entstehung
Seite
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gehen. Dann bat sie ihre Tante, die bei ihr-war, ihr ans der Bibel vorzulesen und schlief friedlich und getrost ein, wie ein .Kind, das sich sicher fühlt in seiner Mutter Arm. Das war ein seliges Sterben. Als wir gestern kurz nach ihrem Tode hinkamen, erlebten wir eine rührende Lzene. Die alte Tante hatte die Verstorbene im Arm, während andere ihr das weiße Sterbekleid anlegten. Wir holten Blumen, sie zu schmücken, und sie lag da wie ein fröhliches .Kind. Heute morgen um halb acht Uhr sind wir mit zu ihrem Begräbnis gegangen.

Ehe ich nach Afrika ging, traf ich einmal eine Missionarin ans Indien in Hamburg, Schwester Helene Schnttz. Sie arbeitete in dem Waisenhause in Sikandra. Als ich sie nach den Er­folgen ihrer Arbeit fragte, sagte sie:An dem, was wir au den Sterbebetten unserer Zöglinge erleben, sehen wir, daß unsere Arbeit nicht umsonst ist!" An diese Worte mußte ich beim Sterben jener Christin denken.

5. Am Sonntag.

Vvm frühen Morgen an war der Sonntag in unserem Hause dort im Heidenlande ein besonderer Tag. Nachdem die notwendigsten Geschäfte in dem am Sonnabend gründlich gereinigten Hause erledigt waren, versammelten sich die Kinder zur Morgenandacht. Zuerst wurde das Lied:Jesus, mein guter Hirte" gesungen und dann der Text des betreffenden Sonn­tags gelesen und durch Fragen erklärt. Die Kinder hatten so einige Anknüpfungspunkte, und es wurde ihnen leichter, die Predigt zu verstehen. Nun wurden die Sonntagskleider ver­teilt, und jedes ging, um sich aufs schönste zu baden und zu salben. Zu einer fertigen Negertvilette gehört auch das Ein­reihen von Hals, Armen, Händen und Füßen mit wohlriechender Pomade. Wir Schwestern hatten während dieser Zeit ein schönes stilles Sonntagsstündchen für uns, das uns der ganze Tag nicht wieder brachte. Meistens lasen wir dann unsere deutsche Predigt zusammen.

Um neun Uhr ging es mit der ganzen Schar in die Kirche. Da wir im Anfang von der Predigt nichts verstanden, hatten nur Zeit, allerhand Betrachtungen über den braunen Prediger und die braunen Zuhörer anzustellen. Schon ihre bloße An­wesenheit stimmte zu Lob und Dank. Unwillkürlich mußte man an die Worte des achten Psalms denken:Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen." Da saßen die Frauen und Mädchen in ihren kleidsamen weißen oder bunten