Erster Teil.
Die Anfänge der Aröeit in Kein.
I. Anssendung der ersten Schwestern.
1. Pläne und Vorbereitungen.
Am 21. Februar 1887 feierte der damalige Inspektor der Norddeutschen Mission, l). Franz Michael Zahn, sein sünsnnd- zwanzigjähriges Amtsjnbiläum in Bremen. Dieser Tag wurde sozusagen der Geburtstag der Diakonissenarbeit in der Norddeutschen Mission. Pastor Ninck, der Gründer des Diakonissenhnuses Bethlehem in Hambnrg, brachte dem Jubilar zu seinem Festtage eine größere Summe Geldes nach Bremen mit der Bestimmung: „Für ein im Ewelande an der Westküste Afrikas zu errichtendes Diakonissenhaus."
Auf seiner Orientreise nach Palästina und Aegypten hatte Pastor Ninck den Segen der Kniserswerther Diakonissenarbeit unter der mohammedanischen Bevölkerung des Morgen- landes kennen gelernt. Wie weit der Ruf der Diakonissen- hünser reichte, erlebte er selbst unter den Pyramiden. In seiner Reisegesellschaft befand sich auch eine Diakonisse aus Hamburg, Minchen Giegling. Man hatte beschlossen, die größte der Pyramiden zu besteigen. Was aber von den Herren der Gesellschaft nur mit Anstrengung ausgeführt werden konnte, war für Schwester Minchen unmöglich. Wo aber sollte sie dort in der Wüste eine Unterkunft finden? Es blieb nichts übrig, als sie in: Schutz von zwei Eingeborenen von Giseh zurückzulassen. „Es ist eine Schwester von denen im Diakonissenhause von Alexandrien," sagte man ihnen. „Jawohl," war die Antwort, „eine Tochter Allahs werden wir schützen." Giseh mag wohl dreißig Meilen von Alexandrien entfernt sein; aber man wußte hier von dem stillen Walten der Schwestern unter den Kranken.