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sv standen die Kinder da und machten es auf ihre Art. Sie gössen Eimer voll Wasser auf den Fußboden, patschten mit ihren schmutzigen Füßen drin herum, bürsteten ein bißchen, und dann sollte es rein sein. Manchmal wollte mich ein Gefühl der Verzweiflung überkommen. Aber wenn man so zusah, wie sie solche Heldentat seelenvergnügt ausübten, und Damesi dann noch ganz stolz sagte, sie haben schon sechs Eimer Wasser ^gebraucht, da konnte man nur mitlachen. Ich half nun einfach die Seen auftrocknen, und schließlich ist alles noch ganz gut geworden, und jetzt blitzt und blinkt das ganze Haus. Alle Zimmer sind schon aufs schönste eingerichtet und zum Empfange der Schwestern bereit. Wie werden sie sich freuen, wenn sie kommen!"
2. Ankunft neuer Schwestern.
Ehe ich auf das Missionsfeld ausgesandt wurde, hatte I). Zahn mir einmal geschrieben: „Für die Arbeit in Afrika gilt in besonderem Maße das Wort: Geduld ist euch not." Ich kaufte mir eine Karte von Afrika, versah sie in großen Buchstaben mit der Inschrift: „Geduld ist euch not" und hing sie in meinem Zimmer auf. Ich hatte nicht gedacht, daß ich sobald schon beweisen sollte, wieviel ich von dieser edlen Tugend gelernt hatte. Von einem Tage zum anderen warteten wir auf die „Marie Woermann," den Dampfer, welcher die Schwestern aus Europa bringen sollte. Am 24. Mai war sie fällig. Das Haus wurde aufs schönste mit Palmenzweigen geschmückt und alles für die Ankunft der Schwestern hergerichtet. Aber vergeblich. Es hieß immer wieder: „Warten!" Das war keine ganz leichte Zeit für mich, weil ich allein den vielfachen Pflichten, die an mich herantraten, nicht gerecht werden konnte. Gerade für den Anfang der Arbeit war eine um sv größere Ueberwachung der Zöglinge nötig, und nun mußte ich, wie es in einem Briefe heißt, „alleinige Mutter von acht Kindern sein." Es war keine Kleinigkeit, ohne der Sprache recht mächtig zu sein und ohne die nötige Zeit dazu zu haben, diese kleinen Wildlinge zu hüten. Es blieb nur schon nichts übrig, als manchmal ein Auge zuzudrücken. War ich z. B. bei den Kranken beschäftigt und gab den Mädchen etwas zu tun, so war gewiß nur die Hälfte geschehen, wenn ich zurückkam. Ich fühlte überall, es ging nicht, wie es sollte. Um so mehr wünschte ich das Kommen der Schwestern herbei und malte mir oft aus, mit welcher Freude ich sie begrüßen werde.