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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
Entstehung
Seite
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andere, und hier und da leuchteten zwischen dem Grün die schönen roten Blumen der ?riä6?eru. Morgens, wenn die Sonne noch nicht hoch stand, wiegten sich niedliche bunte Kolibris und hübsche braune Täubchen auf den Palmenzweigen hin und her. Besonders häufig aber sah man die fleißigen, gelben Weber­vögel von Ast zu Ast fliegen, und in großen Mengen hingen ihre kunstvollen Nester an den Bäumen. Freilich sah man an den Kokospalmen die Spuren ihrer Arbeit; mehr als eins der schön geformten Blätter hatten sie seiner Spitze beraubt, aus der sie sich die seinen Blattrippen lösen, welche sie zum Bau ihrer Wohnung verwenden.

2. Einführung in die Arbeit.

Aller Ansang ist schwer. Und nun erst ein Anfang in einem fremden Erdteile unter einen: unbekannten Volke! Frau Knüsli war eine weise und liebevolle Lehrerin. Sie führte freundlich in alles Unbekannte ein. Aber es ging nicht überall wie mit der Pfeffersnppe, nicht alle hielten uns so bereit­willig wie der Koch John alles Unangenehme fern. Aus Unerfahrenheit gab es manche schwere, bittere Erfahrung. Arbeit gab es sofort die Hülle und die Fülle. Aber da wir die Sprache noch nicht beherrschten, konnten wir nur einen beschränkten Teil tun. Da galt es erst für uns in das unbekannte Gebiet der Ewesprache einzudringen. Auch mit manchem Neuen in der europäisch-afrikanischen Küche mußten wir uns bekannt machen. Da gab es viel zu lernen. Es war nicht leicht, mit dem immer gleichen Hühnerfleisch die Speisenfolge abwechslungsreich zu ge­stalten. Außer dem gekochten und gebratenen Huhn gab es daher nicht nur gefüllte Tomaten und Frikassee, sondern auch Beefsteak und Kotelett von Hühnerfleisch. An jedem Morgen erschienen die schwarzen Händlerinnen, von denen die Küchen- bedürfnisse erstanden wurden. Sie hatten erstaunlich viel Zeit, und wenn man es nicht richtig anfing, konnte man erstaunlich viel Zeit bei diesem Handel verbringen. Da mußte man ein richtiges Studium im Feilschen und Handeln machen, um preis- würdig zu kaufen, denn der vorgeschlagene Preis ging ge­wöhnlich auf die Hälfte zurück.

Frau Knüsli hatte acht Negermüdchen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren im Hause. Sie waren ihr von Christen oder von solchen heidnischen Eltern übergeben, die eine christliche Erziehung für ihre Kinder wünschten. Diese Mädchen wurden nach unserer Ankunft unserer Obhut anvertraut.