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[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
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III. Oberflächengestalt.

pazifischen Sporaden zusammen und nennt einzelne Gruppen davon Amerika- und Fanning- Jnseln. Großenteils Korallenriffe mit oder ohne Lagune, sind sie meistens sehr flach und niedrig, außerordentlich klein und häufig irr ihrer Existenz überhaupt zweifelhaft, so z. B. die Inseln Dndosa, Pnlmur, Samarang (unter 161° westl. Länge) und Mathew, Makin, Barbera, Knox, Davis, Barber, Sän Pedro (zwischen 170 und 180° westl. Länge). Nordwestlich von der Phörrix- Grrrppe liegen Howland und Baker oder New Nantucket. Howlarrd muß früher bewohnt gewesen sein, da man hier auf tiefe Ausgrabungen im Korallenfels gestoßen ist. Seit dem Jahre 1859 hat der auf ihnen abgelagerte Guano Anlaß zur Besiedelung gegeben, aber leider sind die Vor­räte davon bereits erschöpft. Eigentlich dürfen nur sieben unter allen diesen Sporaden die Ehre beanspruchen, kurz erwähnt zu werden, das sind im Süden des Archipels Malden und Starbnck, im Norden Jarvis, Christmns, Fanning, Palmyra und Washington.

Da Malden und Starbnck beide etwa 10 in hoch sind, muß eine Senkung des Meeres­spiegels angenommen werden; steil fallen die Ufer zum Meere ab, wenn auch weniger schroff, als sonst bei Atollen die Regel ist. Um den Nest der durch Seen mit Salzwasser und Sümpfen fast ganz ersetzten Lagune stehen krüppelige Bäume, und der Guano, der die Korallenklippen bedeckt, ist den Amerikanern längst eine willkommene Bente geworden. Malden war früher bereits von Polynesien: besiedelt, Starbnck dagegen nicht.

Unter dem Namen Amerika- oder Fanning-Jnseln (668 hkm) werden die Inseln Jarvis, Christmas, Fanning, Palmyra und Washington mit ihrer Umgebung: Riffen und Ei­landen, wie Prospect oder Samarang und Walker, sowie die zweifelhaften Inseln Sarah Anne und Madison zusammengefaßt.

Die größte unter ihnen, Christmas- oder die Weihnachtsinsel, ist ein ziemlich großes Laguneneiland, deren Riff schon öfters an Schiffbrüchen die Schuld getragen hat, da es nicht sehr steil zum Meere abfällt. Schon Cook, der sie 1777 entdeckte, fiel die Öde und Unwirtlichkeit der Insel auf:Das Erdreich aus dieser Insel ist an einigen Stellen locker und schwarz und besteht augenscheinlich aus vermoderten Pflanzen, Bögelanswurs und Sand. An anderen Stellen sieht man nichts als Seeprodukte, zerbrochene Korallensteine, Muschelschalen, welche in langen, schmalen Furchen, gleich einen: gepflügten Acker, mit der Küste parallel liegen und ohne Zweifel von den Wellen angeworfen worden sind. Von frischen: Wasser war hier kein Tropfen zu finden, so eifrig man auch danach grub; aber einige Salzwasserlachen trafen wir an, die keiner: sichtbarer: Zusammenhang mit der See hatten. Die wenigen Kokosbäume, deren wir nicht über dreißig aus der ganzer: Insel angetroffen haben, trugen nur kümmerlich Früchte, und diese wenigen waren entweder nicht ausgewachsen oder rrrit einen: salziger: Safte angefüllt. Ar: einigen Ge­genden irr: Lande stehe:: etliche niedrige Bäume und ein paar kleine Sträucher. Unter ihnen saß eine unbeschreibliche Menge Seeschwalben."

Dagegen zeichnet sich Fanning durch reichere Vegetation, Trinkwasser, viele Palmen und fruchtbareren Boden vorteilhaft aus; in seine ir: der Mitte befindliche Lagune führt eir: tiefer Kanal. Während sich Washington mit seiner Südmasserlagune bis zu 5 m gehoben hat, ist Palmyra ganz flach; beide sind leidlich fruchtbar. Das Innere des an feinern Rand 8 m hohen Jarvis ist mit Gips und Guano ausgefüllt.

d. Die Hawaii- oder Sandwich-Inseln.

Die Gruppe der Hawaii- oder Sandwich-Inseln liegt so weit abseits vor: der übrigen Inselwelt des Großen Ozeans, daß sie als eine besondere Region ausgesondert werde:: muß. Wollte man sie dennoch einer der größerer: Abteilungen einfügen, so kann sie nur Polynesien