156
III. Oberflächengestalt.
vulkanische, oben abgestutzte Kuppe von 800 in Höhe ist, stürzt so steil zum Meer ab, daß für bewohnbare Straudflächeu nur an der West- und Ostseite Platz genug übrigbleibt. Das vulkanische Gestein, dessen einzelne Ströme und horizontal übereinander lagernde Tuffe gegen das Meer hin sichtbar vortreten, erzeugt fruchtbare Erde und ermöglicht damit den Anbau, zumal da Quellen und Bäche in genügender Menge auf der Insel rieseln.
Westlich von Tau oder Manna erheben sich zwei durch eine nur schmale Meeresstraße voneinander getrennte, im Norden von Riffen umgebene hohe und gebirgige Inseln: das doppel- gipfelige und namentlich im Süden bewohnte Ofu und der in imposanter Schroffheit zu 800— 900 m Höhe jäh aufsteigende, auf dreieckiger Basis aufgebaute alte Vulkan Olosenga, dessen jähe Felsenhünge an ihrem Fuße glücklicherweise einem 1 kni breiten bebauten Küstenstreifen Raum zu gedeihlicher Entwickelung lassen.
Östlich von Olosenga fand in der Meeresstraße zwischen dieser Insel und Tau am 12. September 1866 ein unterseeischer Ausbrnch statt, der zwar außer einer Erhöhung des Meeresbodens und großen Mengen an die Küsten der benachbarten Inseln geschleuderten Bimssteins an sich keine weiteren Folgen hinterlassen, aber als Zeuge der Fortdauer vulkanischer Thätigkeit berechtigte Aufmerksamkeit erregt hat.
Zur Samoa-Gruppe wird schließlich noch d:e Insel Rosa, ein Atoll im Osten von Tau, gerechnet. Als echte Koralleninsel erhebt sie sich nur wenig über das Meer und erscheint nach Wilkes „zuerst als ein runder Knollen Land; allein wenn man näher kommt, so sieht man, daß dies von einer großen Masse Pisoniabäumen herrührt". Diese Bäume stehen neben Kokospalmen auf zwei höher gelegenen Punkten, die ganz allein von der Flut verschont werden, während der Nest des Riffes nicht über die Oberfläche emportancht; bei hoher Flut wird aber die gesamte Rosa- Insel wahrscheinlich überschwemmt. In der Lagune, in der Mitte des Atolls, zu der eine durch Korallenblöcke verengte Durchfahrt hineinführt, ist der Fischreichtnm so groß, daß man zeitweilig versucht hat, dort eine Fischstation anzulegen. Auch Schildkröten besuchen im August und September die über das Riff emporragende Sandinsel, und Seeschwalben nisten in großen Mengen auf dem etwas höheren Korallenbau.
7. Die Gook- (oder Kervey ) Inseln.
Südöstlich des Samoa-Archipels, von 163—1570 westl. Länge, gruppieren sich um den 20. Breitengrad die Cook- (oder Hervey-) Inseln. Ihren Namen Cook-Jnseln führen sie mit Recht, da der große Brite selbst den größten Teil dieser Gruppe auf seiner zweiten Reise 1773 entdeckt und 1777 weiter bekannt gemacht hat; daher sollte der von den Missionaren eingeführte Name Hervey-Jnseln endlich wieder aufgegeben werden. Obwohl genauere wissenschaftliche Untersuchungen über die Cook-Jnseln noch nicht angestellt worden sind, sind sie doch leidlich, Rarotonga sogar recht gut bekannt. Von den die Gruppe zusammensetzenden neun Inseln, die im ganzen 368 Hkin bedecken, sind vier größer: Rarotonga umfaßt als Haupt 81, Atin 70 und Mangea 67 (Mn. Dann folgen Aitutaki und die eigentliche Hervey-Gruppe (oder Fenua-iti) mit je 50 gkm Areal; die übrigen (Mitiero, Mauki und Palmerston) sind nur 10—20 güin groß. Aus Meerestiefen von über 4000 in emporsteigend, verläuft die ganze Reihe auf einer ostsüdöstlich streichenden Linie etwa wie die der Samoa-Jnseln; ihrer Zusammensetzung nach sind sie bis auf eine vulkanische Koralleninseln.
Beginnen wir von Nordwesten, so stoßen wir zuerst auf das 1774 von Cook entdeckte Atoll Palmerston, das selbst wieder 9—10 baumreiche kleine Eilande trägt, dann folgt das fünffach größere Aitutaki, ein 1789 von Bligh aufgefundener hügeliger, nach Norden steil abfallender